Pfleger soll Heimbewohnern Insulin gespritzt haben – Anklage wegen versuchten Mordes

Pfleger soll Heimbewohnern Insulin gespritzt haben – Anklage wegen versuchten Mordes - (Foto: Polizei (Archiv))
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen einen 38-jährigen ehemaligen Pfleger eines Pflegeheims im Wetteraukreis erhoben. Das teilte Oberstaatsanwalt Dominik Mies am Freitag mit. Dem Mann werden versuchter Mord, versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung in insgesamt sechs Fällen vorgeworfen. Der Angeschuldigte soll zwischen dem 23. Juli und dem 19. September 2025 vier Heimbewohnerinnen im Alter von 83 bis 86 Jahren sowie einem 88-jährigen Heimbewohner ohne medizinische Indikation Insulin verabreicht haben.
Dies führte bei den Senioren zu einem gefährlichen Blutzuckerabfall. In vier Fällen wählte der Pfleger nach der Insulingabe selbst den Notruf, sodass die Opfer ärztlich versorgt werden konnten. Die Staatsanwaltschaft wertet diese Taten als gefährliche Körperverletzung. In zwei weiteren Fällen soll der Angeschuldigte keine Rettungsbemühungen unternommen haben. Deshalb wird ihm hier zusätzlich ein versuchtes Tötungsdelikt vorgeworfen. Bei einem der Opfer, einer 84-jährigen demenzkranken Frau, geht die Staatsanwaltschaft von versuchtem Heimtückemord aus, da die Frau arg- und wehrlos gewesen sei und der Pfleger dies bewusst ausgenutzt habe. Der Angeschuldigte sitzt seit dem 21. September 2025 in Untersuchungshaft. Das Landgericht Frankfurt am Main muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

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