Ein Grund für die Steigerung der Verbraucherpreise von Kartoffeln sind die deutlichen Preissteigerungen auf der vorgelagerten Stufe: Die Erzeugerpreise von Speisekartoffeln lagen im August 2026 um 61,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das war der stärkste Anstieg der Erzeugerpreise von Kartoffeln im Vergleich mit dem Vorjahresmonat seit drei Jahren (August 2023: +114,6 Prozent gegenüber August 2022). Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte insgesamt sanken im August 2026 um 7,0 Prozent gegenüber dem August 2025, darunter stiegen jedoch die Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte um 12,3 Prozent.
Die Ernte von Kartoffeln wird im Jahr 2026 nach vorläufigen Ergebnissen mit 10,4 Millionen Tonnen knapp ein Viertel (-24,8 Prozent) unter der Ernte des Vorjahres (13,9 Millionen Tonnen) liegen. Der Rückgang ist nicht nur auf die um 11,1 Prozent auf 268.300 Hektar verringerte Anbaufläche zurückzuführen (2025: 301.800 Hektar). Auch die Erträge je Hektar fallen im Jahr 2026 voraussichtlich deutlich geringer aus als im Vorjahr: Für 2026 wird mit 38,9 Tonnen je Hektar gerechnet, 2025 waren es 46,0 Tonnen je Hektar. Das entspricht einem Rückgang von 15,4 Prozent. Grund dafür dürften vor allem die extreme Hitze und Trockenheit des diesjährigen Sommers sein.
In Deutschland werden deutlich mehr Kartoffeln erzeugt, als für den Bedarf im Land benötigt werden: Der Selbstversorgungsgrad mit Kartoffeln lag nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei 145 Prozent. Ein großer Teil der Kartoffeln und Kartoffelprodukte wird also nicht für den heimischen Markt erzeugt, sondern exportiert.