Nordrhein-Westfalen hat die nach eigenen Angaben derzeit aktuellste regionale Bioökonomie-Strategie Europas veröffentlicht. Das teilte das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie am Montag mit. Ziel der Strategie ist der Aufbau souveräner, regional verankerter und biobasierter Wertschöpfungsketten, um fossile Rohstoffe zu ersetzen und den Industriestandort zukunftsfähig zu machen.
Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung neuer Materialien und Produkte auf Basis nachwachsender Rohstoffe und biologischer Prozesse.
Konkret geht es etwa um Kunststoffe aus Zuckerrüben statt Erdöl oder Baustoffe aus landwirtschaftlichen Abfällen. Die Strategie definiert Leitlinien und Handlungsfelder und soll die Grundlage für konkrete Aktionspläne bilden. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte, man wolle nicht verwalten, was war, sondern gestalten, was kommt.
Die Veröffentlichung fällt in eine Phase, in der die EU-Kommission den Biotech Act II erarbeitet. NRW will mit seiner Strategie eigene Positionen in diesen europäischen Prozess einbringen. Vertreter der Generaldirektion Wachstum der EU-Kommission hätten bereits Interesse an einem Austausch signalisiert. Die Co-Vorsitzenden des Bioökonomie-Rates NRW, Katja Frühwald-König und Ulrich Schurr, erklärten, nun komme es darauf an, die Innovationskraft zu bündeln und bioökonomische Lösungen schneller in die Anwendung zu bringen.
NRW veröffentlicht Bioökonomie-Strategie als Impuls für Europa
über dts Nachrichtenagentur
22. Juni 2026 - 10:00 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland