Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Reform der Lehrerausbildung auf den Weg gebracht. Der Schul- und der Wissenschaftsausschuss des Landtags haben die Beratungen dazu abgeschlossen, wie das Schulministerium am Donnerstag mitteilte.
Ziel sei es, das Studium praxisnäher zu gestalten, den Vorbereitungsdienst zu stärken und neue Wege zur Gewinnung von Lehrkräften zu eröffnen. Die Reform ist ein zentraler Bestandteil des Schulkompasses NRW 2030.
Künftig sollen angehende Lehrer während des Studiums noch enger an den Schulalltag herangeführt werden.
Das Eignungs- und Orientierungspraktikum wird verlängert, und das Berufsfeldpraktikum soll grundsätzlich an Schulen stattfinden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Lehramt für sonderpädagogische Förderung: Die Ausbildung wird stärker auf ein vertieft zu studierendes Unterrichtsfach konzentriert und auf die Vermittlung von Basis- und Diagnosekompetenzen ausgerichtet. Erstmals wird zudem "Deutsch als Zweitsprache" als eigenständiges Lehramtsfach eingeführt, zunächst für Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen.
Um zusätzliche Lehrkräfte zu gewinnen, ermöglicht die Reform einen Modellversuch mit Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die künftig lehramtsbezogene Masterabschlüsse in technischen Fachrichtungen anbieten können. Auch der Seiteneinstieg wird erweitert: Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten Bewerber mit nur einem Unterrichtsfach Zugang zum berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst. Die grundständige Ausbildung mit zwei Fächern bleibt aber der Regelfall. Bereits Anfang des Jahres wurde der Vorbereitungsdienst praxisnäher gestaltet und die Staatsprüfung modernisiert, bei der die kontinuierliche Ausbildungsleistung künftig stärker gewichtet wird.
NRW modernisiert die Ausbildung von Lehrern
über dts Nachrichtenagentur
04. Juni 2026 - 09:25 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland