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Münchner Staatsanwaltschaft will 35 Millionen Euro von libanesischem Ex-Zentralbankchef einziehen

Münchner Staatsanwaltschaft will 35 Millionen Euro von libanesischem Ex-Zentralbankchef einziehen - (Foto: Landgericht München I (Archiv))
Die Staatsanwaltschaft München I hat beim Landgericht München I die Einziehung von Vermögenswerten im Wert von rund 35 Millionen Euro beantragt. Betroffen sind beschlagnahmte Gewerbeimmobilien in München und Hamburg sowie Gesellschaftsanteile an einer Immobiliengesellschaft in Düsseldorf, wie die Behörde mitteilte. Das Vermögen soll aus illegalen Finanzgeschäften des ehemaligen Gouverneurs der libanesischen Zentralbank und seines Bruders stammen. Den Ermittlungen zufolge sollen die Beschuldigten zwischen 2004 und 2015 Gelder in Höhe von über 330 Millionen US-Dollar zum Nachteil der libanesischen Zentralbank veruntreut haben.
Das Geld sei über Briefkastenfirmen und Konten in der Schweiz, dem Libanon und Deutschland gewaschen und schließlich in deutsche Immobilien investiert worden. An den Transaktionen sollen drei weitere Beschuldigte beteiligt gewesen sein. Das zugrundeliegende Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche wurde vorläufig eingestellt, da sich die Beschuldigten im Ausland aufhalten und ein Hauptverfahren derzeit nicht möglich ist. Über die Eröffnung des nun beantragten selbständigen Einziehungsverfahrens wird die 7. Strafkammer des Landgerichts München I entscheiden. Die Staatsanwaltschaft betont, dass für die Beschuldigten bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung die Unschuldsvermutung gilt.

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