Münchner Gericht verurteilt Pfarrer wegen versuchter Vergewaltigung zu Haft

Münchner Gericht verurteilt Pfarrer wegen versuchter Vergewaltigung zu Haft - (Foto: Justicia (Archiv))
Das Landgericht München I hat einen 58-jährigen katholischen Pfarrer wegen versuchten schweren sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen und Besitzes von Jugendpornografie zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Gericht teilte am Mittwoch mit, der Angeklagte habe die Vorwürfe vollumfänglich eingeräumt. Nach den Feststellungen des Gerichts fuhr der damals im Schwarzwald tätige Pfarrer im Jahr 2005 mit zwei Jugendlichen zum Oktoberfest nach München. Nach dem Wiesn-Besuch versuchte er, in die beiden sturzbetrunkenen, damals 14- beziehungsweise 15-jährigen Geschädigten einzudringen, was ihm nicht gelang.
Bereits zuvor hatte er in einem Jugendraum im Pfarrheim einem der Jugendlichen mehrfach in die Unterhose gegriffen, obwohl dieser sich verbal gewehrt habe. Bei einer Durchsuchung im Jahr 2024 wurden auf seinem Handy zudem jugendpornografische Bilder gefunden. Das Gericht wertete das umfassende Geständnis des nicht vorbestraften Angeklagten strafmildernd, sah aber aufgrund der Schwere der Schuld und des Ausnutzens des Vertrauensverhältnisses als Pfarrer keine Möglichkeit zur Bewährungsstrafe. Der Vorsitzende Richter lobte das Verhalten des Ordens, der nach Kenntnis der Vorwürfe sofort mit den Behörden kooperiert habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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