Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft hat dem Senat vorgeworfen, sechs Jahre lang auf Zeit gespielt und damit erhebliche Klimaschäden verursacht zu haben. Hintergrund ist der anhaltende Einsatz des hochwirksamen Treibhausgases Sulfuryldifluorid (SO2F2) im Hamburger Hafen zur Schädlingsbekämpfung bei Stammholzexporten, teilte der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Stephan Jersch, am Mittwoch mit.
Laut der Antwort auf eine Große Anfrage der Linksfraktion, auf die sich Jersch bezieht, wurde der Einsatz des Gases mit der 7.500-fachen Klimawirkung von CO2 erst durch eine Anfrage der Fraktion im Januar 2020 öffentlich bekannt. Seitdem habe sich wenig bewegt.
Der Senat habe jahrelang verschwiegen, dass die Wirtschaftsbehörde an der Entwicklung eines Alternativverfahrens des Thünen-Instituts beteiligt war, und stattdessen auf den Bau einer Adsorptionsanlage gesetzt. Nachdem die Deutsche Umwelthilfe Hamburg verklagt und das Bundesamt für Verbraucherschutz Teile der Anwendungsgenehmigung widerrufen habe, sei der Senat nun unvorbereitet.
Jersch forderte, dass die langen Übergangsfristen für die Verwendung alter Bestände des Gases nicht genutzt werden dürften. Es stünden alternative Verfahren zur Verfügung, etwa eine Hitzebehandlung des Holzes. Bis die betroffenen Exportbetriebe diese umsetzten, dürfe es keine weitere Nutzung des "Klimakillergases" im Hamburger Hafen geben. Der Senat hatte zuvor eingeräumt, dass eine Abscheideanlage für das Gas noch nicht am Markt verfügbar sei, und verwies auf ein laufendes Pilotprojekt.
Linksfraktion wirft Senat Zeitspiel bei "Klimakillergas" im Hafen vor
über dts Nachrichtenagentur
20. Mai 2026 - 10:20 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland