AfD und BSW hatten eine gute Woche nach der Konstituierung des neuen Landtags die Sondersitzung beantragt. Die reguläre Tagesordnung konnte dabei nur mit über einer Stunde Verspätung gestartet werden, weil es Ärger um die Regularien gab und der Ältestenrat zusammentreten musste.
In der Debatte sagte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, der sich im Dezember zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt wählen lassen will, er sei stolz darauf, dass zum ersten Mal ein Landtag eine Friedensinitiative für den Russland-Ukraine-Krieg starte. Die anderen Parteien seien als "Kriegstreiber" abgewählt worden. Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) wies den Vorwurf zurück und betonte, dass ein Bundesland für außenpolitische Angelegenheiten nicht zuständig sei.
AfD und BSW haben im Landtag von Sachsen-Anhalt seit der Wahl vom 6. September zusammen eine absolute Mehrheit, bilden aber keine Koalition. Bei der Wahl zum Landtagspräsidenten hatte das BSW den AfD-Vorschlag offen unterstützt, den AfD-Kandidaten für den Vizeposten aber abgelehnt. Beide Kandidaten bekamen aber offensichtlich auch Stimmen aus anderen Fraktionen.