Landesregierung gibt 100.000 Euro für humanitäre Hilfe im Libanon

Landesregierung gibt 100.000 Euro für humanitäre Hilfe im Libanon - (Foto: Libanon (Archiv))
Die nordrhein-westfälische Landesregierung will Kriegsflüchtlinge im Libanon unterstützen und stellt deswegen 100.000 Euro für humanitäre Hilfe bereit. Das Geld soll in Projekte des "Friedensdorf International" fließen, das gemeinsam mit lokalen Partnern vor Ort geflüchtete Familien mit Nahrungsmitteln versorgt, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit. Seitdem die schiitische Hisbollah Anfang März an der Seite des Iran in den neu aufgeflammten Krieg in Nahost eingegriffen hat, ist der Libanon einmal mehr zum Kriegsschauplatz geworden. Israelische Bodentruppen sind in das Land eingerückt.
Etwa eine Million Menschen sollen aus dem umkämpften Süden des Landes geflohen sein. Eine vor wenigen Tagen ausgerufene Waffenruhe ist brüchig. "Die Not im Libanon ist groß und spitzt sich weiter zu", sagte der Landesminister für Internationales, Nathanael Liminski (CDU), der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung". Unter den Hunderttausenden Geflüchteten seien besonders viele Kinder, die auf schnelle und verlässliche Hilfe angewiesen seien. "Wir sehen dieses Leid und nehmen unseren Teil der Verantwortung ernst, indem wir einen konkreten Beitrag zur Hilfe leisten", so Liminski. Mit dem Friedensdorf International in Oberhausen könne man auf einen "erfahrenen und engagierten Partner aus Nordrhein-Westfalen setzen", der die Hilfe direkt und vollständig zu den Menschen bringe, so Liminski weiter. Der 1967 gegründete Verein hilft Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten, medizinische Behandlungen zu erhalten, und unterstützt zugleich die Basisversorgung in ihren Heimatländern. Claudia Peppmüller, Sprecherin der Organisation, ist Anfang April von einem Hilfseinsatz aus dem Libanon zurückgekommen: "Wir haben dort Familien getroffen, die aus dem Süden des Libanon fliehen mussten und nicht wissen, ob sie in ihre Häuser zurückkehren können. Für ihre Kinder ist die Versorgung mit Lebensmitteln jetzt besonders wichtig, um gesundheitlich stabil zu bleiben." Mit den Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen können jetzt nach Angaben der Organisation 480 Menschen einen Monat lang täglich mit warmen Mahlzeiten versorgt werden. Bereits im Jahr 2024 hatte NRW zwei Food Trucks finanziert, die jetzt im Libanon kontinuierlich im Einsatz sind und mittellose sowie binnenvertriebene Kinder und ihre Familien mit warmen Mahlzeiten versorgen. Allerdings ist die Zahl hilfebedürftiger Menschen seit Anfang März erheblich gestiegen.

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