Der einflussreiche Wirtschaftswissenschaftler und persönliche Berater von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil, Jens Südekum, warnt vor negativen Folgen der Iran-Krise für die deutsche Konjunktur und die Inflation. "Es besteht durchaus die Gefahr, dass sich die Energiepreise durch die gesamte Wirtschaft fressen und mit Verzögerung auch auf Lebensmittelpreise durchschlagen", sagte Südekum dem Sender ntv. "Es droht ein Anstieg der Inflation und ein Dämpfer für die Wirtschaft."
Wie lange diese Krise anhalten und wie weit sie sich verschärfen könne, sei nicht absehbar, so Südekum.
Das gerade verabschiedete Spritpreispaket hält Südekum dennoch für angemessen. "Wenn die Krise anhält, wäre aus meiner Sicht der nächste Schritt, nach Luxemburg zu schauen", sagte Südekum. "Dort werden Preiserhöhungen staatlich reguliert. So verhindert der Staat, dass die Energiewirtschaft die Lage nutzt, um Margen auszuweiten."
Über mögliche weitergehende Maßnahmen, falls sich die Energiekrise weiter verschärft, wolle er nicht spekulieren, sagte Südekum. Der Ökonom wies darauf hin, dass der Staat die Bevölkerung nicht generell vor steigenden Preisen schützen könne. "Die Preise an der Zapfsäule in Deutschland sind um rund 20 Prozent gestiegen. Für diese Größenordnung sind die bisherigen Maßnahmen angemessen", sagte Südekum. "Man kann nicht jeden kleinen Schock mit Steuergeld abfedern. Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung."
Klingbeil-Berater warnt vor Anstieg der Inflation
über dts Nachrichtenagentur
28. März 2026 - 09:40 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland