Mehr als 3.000 Menschen hätten der Kommission in den vergangenen zehn Jahren ihre Geschichte anvertraut. Daraus erwachse eine Verantwortung für die Politik, aber auch für die Institutionen, in denen Kinder und Jugendliche sexualisierte Gewalt erfahren hätten. Die Bundesmissbrauchsbeauftragte Claus hatte den ersten Bericht nach der gesetzlichen Verankerung ihres Amtes im vergangenen Jahr am Dienstag zusammen mit der unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs präsentiert.
Die Kinderschutzbund-Präsidentin fügte hinzu, besonders dringlich sei dabei der Blick auf den digitalen Raum. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder finde längst auch über Chats, soziale Netzwerke und digitale Plattformen statt. Durch künstliche Intelligenz entstünden zusätzliche Gefahren, etwa wenn aus harmlosen Kinderfotos sexualisierte Darstellungen erzeugt würden. Man dürfe die Verantwortung für den Schutz davor nicht allein Kindern und Eltern überlassen. Die Anbieter müssten verpflichtet werden, ihre Plattformen von vornherein sicher zu gestalten und konsequent gegen sexualisierte Gewalt vorzugehen, forderte sie. "Kinder haben ein Recht darauf, sich auch im digitalen Raum sicher bewegen und an ihm teilhaben zu können."