Die Jobcenter in Nordrhein-Westfalen haben 2025 häufiger die Leistungen von Bürgergeld-Empfängern gekürzt als 2024. Das berichtet die "Rheinische Post" (Samstagausgabe) unter Berufung auf die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA).
Demnach wurden 2025 in NRW 127.507 Leistungsminderungen neu festgestellt. 2024 waren es 97.609. Die Steigerung beträgt 30,6 Prozent, sagte der Sprecher der Regionaldirektion.
Betroffen waren 4,4 Prozent aller Leistungsempfänger, im Jahr zuvor waren es 3,5 Prozent.
Hauptgrund für Sanktionen war demnach, dass Arbeitslose wiederholt nicht zu Terminen kamen (89,4 Prozent). 4,1 Prozent nahmen eine angebotene Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierung nicht an. Bei 3,8 Prozent gab es andere Pflichtverletzungen. Die monatliche Kürzung lag im Schnitt bei 65 Euro.
Die BA begrüßt die neue Grundsicherung, die im Juli 2026 das Bürgergeld ablöst und auch schärfere Sanktionsregeln umfasst. Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion, sagte der Zeitung, die neue Grundsicherung vereinfache die Arbeit und schärfe den Auftrag der Jobcenter. Wichtig sei auch gewesen, dass die Regeln zum Umgang mit Terminversäumnissen und fehlender Mitwirkung geschärft und vereinfacht würden. Wie sich die Zahl der Leistungsminderungen entwickeln werde, werde sich in naher Zukunft zeigen. Mit den neuen Regeln sei nur noch wenig Raum für Missverständnisse.
Jobcenter in NRW kürzen häufiger Bürgergeld-Leistungen
über dts Nachrichtenagentur
02. Mai 2026 - 00:00 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland