Das Bayerische Landeskriminalamt hat den Jahresbericht "Kriminalität und Viktimisierung junger Menschen in Bayern 2025" vorgelegt. Wie die Behörde am Montag mitteilte, enthält der Bericht einen Sonderteil zu jungen Messerangreifern, der erstmals die im Jahr 2024 erfassten Fälle mit messerführenden Tatverdächtigen unter 21 Jahren umfassend auswertet.
Nach den Ergebnissen wiesen viele der jungen Tatverdächtigen Risikofaktoren auf: Bei rund einem Viertel fanden sich Hinweise auf psychische Auffälligkeiten, etwa 55 Prozent waren bereits früher mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Zudem war ein Teil der Betroffenen schon mit dem Betäubungsmittelgesetz in Berührung gekommen; ein Fünftel der Messerangriffe stand im Zusammenhang mit Drogengeschäften.
Die Taten ereigneten sich häufig zwischen Gleichaltrigen und im sozialen Umfeld: Fast 40 Prozent der Opfer kamen aus dem näheren Umfeld der Tatverdächtigen, rund 20 Prozent waren flüchtige Bekannte.
Die meisten Messerdelikte endeten ohne Verletzungen; vielfach wurde das Messer zur Einschüchterung bei Bedrohungen oder Raub eingesetzt. Schwere Verletzungen erlitten sechs Prozent der Opfer, lebensgefährliche Verletzungen drei Prozent, Todesfälle gab es nicht. Tatorte waren zu knapp der Hälfte öffentliche Plätze, gefolgt von privaten Räumen und Schulen.
Bei der allgemeinen Kriminalitätsentwicklung junger Menschen sank die Zahl der registrierten Tatverdächtigen 2025 um 5,2 Prozent. Die Jugendlichen verzeichneten den stärksten Rückgang, während die Zahlen tatverdächtiger Kinder und Heranwachsender bei der Gewaltkriminalität weiter stiegen. An Schulen wurden 8.989 Straftaten registriert, ein Rückgang um 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr; die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen bei Gewaltkriminalität an Schulen sank um 44,7 Prozent.
Jahresbericht zu Messerdelikten junger Menschen in Bayern vorgestellt
über dts Nachrichtenagentur
17. August 2026 - 10:25 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland