Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wegen seiner Äußerung kritisiert, der Iran-Krieg sei völkerrechtswidrig.
"Das Völkerrecht ist wichtig. Steinmeiers Auslegung läuft jedoch darauf hinaus, nicht nur Israels Recht, sondern im Fall der Fälle auch Deutschlands Fähigkeit zur Selbstverteidigung zu unterbinden", schreibt der Botschafter in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe). "Das wäre ein Traum für die Achse Moskau-Teheran: Unter dem Schirm des Völkerrechts können sie unsere Länder bedrohen, ohne je selbst Konsequenzen zu fürchten."
Wer glaube, der Iran sei weit weg, "der irrt sich gewaltig", so der Botschafter.
"Die Mullahs sind längst Teil des Krieges in Europa. Ihre Drohnen fallen auf ukrainische Städte und töten Zivilisten. Die Mullahs unterstützen Putin und Putin unterstützt die Mullahs. Und während man in Berlin über Diplomatie philosophiert, baut Teheran ballistische Raketen, die auch auf europäische Hauptstädte zielen - ihre Terrorzellen sind dort längst aktiv."
Man könne es sich nicht leisten, auf den nächsten "Schock" zu warten. "Ein Iran mit der Atombombe ist keine theoretische Debatte", behauptete Prosor. "Es ist eine existenzielle Gefahr. Und zwar nicht nur für uns. Wenn Teheran die Bombe hat, wird die Welt eine andere sein. Dann helfen keine diplomatischen Sprechzettel mehr."
Iran-Krieg: Israelischer Botschafter kritisiert Steinmeier
über dts Nachrichtenagentur
25. März 2026 - 16:04 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland