Das Geschäftsklima in der Chemischen Industrie hat sich im April eingetrübt.
Der Geschäftsklimaindex sank auf -29,0 Punkte, nach -25,1 Punkten im März, teilte das Ifo-Institut am Mittwoch mit. Das ist der niedrigste Wert seit fast drei Jahren. Ihre aktuelle Geschäftslage schätzen die Unternehmen mit -27,1 Punkten etwas besser ein als im März mit -31,2 Punkten.
Hingegen brachen die Erwartungen regelrecht ein: von -18,6 auf -30,9 Punkte.
"Die Chemiebranche blickt sehr pessimistisch in die Zukunft, trotz vereinzelter Lichtblicke im laufenden Geschäft", sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf. Die aktuellen Turbulenzen in den globalen Lieferketten - ausgelöst durch die Iran-Krise - haben im April zu einer paradoxen Entwicklung geführt: Einerseits melden Unternehmen einen Anstieg der Auftragseingänge, weil Kunden auf einheimische Produkte ausweichen. Gleichzeitig kämpft jedes dritte Unternehmen mit Materialknappheit. So stiegen die Preise für Chemikalien und die Unternehmen erwarten weitere Preissprünge.
Die Unternehmen bewerten die gestiegene Nachfrage allerdings als vorübergehend: Für die kommenden Monate planen sie wieder mit einer geringeren Produktion, auch die Beschäftigungspläne bleiben restriktiv. "Die schwache Belebung der Geschäftslage im April ist vor allem das Spiegelbild gestörter Lieferketten und nicht eines tragfähigen Aufschwungs", sagte Wolf.
Ifo: Geschäftsklima in der Chemische Industrie auf Dreijahrestief
über dts Nachrichtenagentur
06. Mai 2026 - 07:38 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland