Das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen hat ein Programm vorgestellt, bei dem Gedenkstätten und Bildungsorte die Ausbildung von Lehrkräften unterstützen. Wie das Ministerium mitteilte, besuchten rund 80 angehende Grundschullehrkräfte vom Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Gelsenkirchen das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten und den Geschichtsort Humberghaus in Hamminkeln. Landesweit beteiligen sich 32 solcher Einrichtungen an dem Besuchsprogramm für Lehramtsanwärter.
Schulministerin Feller, die die Gruppe begleitete, betonte die Bedeutung der historisch-politischen Bildung.
Sie erklärte, Gedenkstätten machten die Vergangenheit zugänglich, damit man daraus für die Zukunft lernen könne. Bestrebungen, die Erinnerungskultur zu verändern, trete man entschieden entgegen. Das Land stellt für diese Form der Demokratiebildung im Vorbereitungsdienst jährlich bis zu 500.000 Euro bereit.
Im Jüdischen Museum Westfalen trafen die Besucher auf Judith Neuwald-Tasbach, deren Eltern die Shoah überlebten. Sie gab Einblicke in ihre Familiengeschichte. Im Humberghaus in Hamminkeln-Dingden erfuhren die Teilnehmer, wie die jüdische Familie Humberg Opfer der Nationalsozialisten wurde. Das Schulgesetz formuliere den Auftrag, Kinder und Jugendliche im Geist der Menschlichkeit, Demokratie und Freiheit zu erziehen, so die Ministerin. Dieser Auftrag sei in der Lehrkräfteausbildung fest verankert.
Gedenkstätten helfen bei Lehrerausbildung in NRW
über dts Nachrichtenagentur
02. Juli 2026 - 13:40 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland