Insgesamt seien zuletzt 3,13 Millionen Menschen wegen einer Fettleber behandelt worden, 2016 seien es 2,42 Millionen gewesen, heißt es in der Sonderauswertung. Wegen Reflux hätten sich 5,87 Millionen Versicherte behandeln lassen, 17 Prozent mehr als 2016. Mehr als sieben Millionen gesetzlich Versicherte würden wegen Typ-2-Diabetes behandelt, fast 510.000 Diagnosen kämen pro Jahr neu hinzu, heißt es in der Sonderauswertung weiter.
Die Daten erfassen Arztkontakte. Ein Teil des Anstiegs gehe darauf zurück, dass Ärzte die Leber von Übergewichtigen und Diabetikern heute häufiger untersuchten als früher, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried dem "Spiegel". Wer gar nicht zum Arzt geht, taucht in den Zahlen nicht auf. Gezielte Studien kommen deshalb auf ein Vielfaches der 3,13 Millionen.
Die Auswertung fällt in die Debatte über die geplante Zuckergetränkesteuer. In einem Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums heißt es, die Steuer solle "zur weiteren Konsolidierung des Bundeshaushalts" dienen. Von Prävention ist dort keine Rede. Stillfried verwies auf England, dort habe die Abgabe gewirkt, "gerade bei den Jüngeren in der Bevölkerung, also bei denen, die besonders stark vom Anstieg der Fettleber betroffen sind".