Europaminister kritisiert Moskauer Urteil gegen Jacques Tilly

Europaminister kritisiert Moskauer Urteil gegen Jacques Tilly - (Foto: Nathanael Liminski (Archiv))
Nach dem Urteil eines Moskauer Gerichts gegen den Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly hat der nordrhein-westfälische Minister für Europa und Internationales, Nathanael Liminski (CDU), den Prozess als eine Farce bezeichnet. "Der Prozess von Wladimir Putin gegen Jacques Tilly war vom Anfang bis zum Ende eine Farce", sagte Liminski der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). Das Urteil markiere einen "traurigen Höhepunkt" und sei ein "weiterer Offenbarungseid eines Regimes, das Gedankenfreiheit offenbar noch mehr fürchtet als Waffengewalt", so Liminski. "Was hier als Rechtsprechung inszeniert wird, ist in Wahrheit nichts anderes als politisch motivierte Einschüchterung - ein Angriff auf die Freiheit der Kunst und auf die Grundprinzipien einer offenen Gesellschaft", sagte er. "Wer Künstler verfolgt, weil sie den Mächtigen den Spiegel vorhalten, zeigt nicht Stärke, sondern entlarvt die eigene Schwäche und hat jede politische wie moralische Legitimation längst verloren. Dass selbst Karikatur und Satire zur Bedrohung erklärt werden, offenbart die ganze Fragilität und Absurdität dieses Systems." Der Minister erklärte, man stehe fest an der Seite von Jacques Tilly "und an der Seite all jener, die sich von Repression, Drohungen und Schauprozessen nicht einschüchtern lassen".
Kunstfreiheit sei kein Privileg, sondern ein Grundrecht. "Und dieses Recht verteidigen wir - klar und ohne Abstriche."

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