Mitglieder des Deutschen Ethikrats widersprechen den Überlegungen ihres Vorsitzenden Helmut Frister, die altruistische Leihmutterschaft in Deutschland zuzulassen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe).
Die Ethikratsmitglieder Jochen Sautermeister und Gregor Thüsing wenden sich gegen die Pläne. "Anstatt ideale Bedingungen für eine altruistische Leihmutterschaft rechtlich konstruieren zu wollen, um problematische Konstellationen auszuschließen, sollte zum Schutz der Würde der Frauen und der Würde des Kindes auch die altruistische Leihmutterschaft in Deutschland verboten bleiben", sagte Sautermeister.
Gesundheitliche Risiken, psychischer Druck "und insbesondere die Instrumentalisierung" seien auch im altruistischen Modell gegeben, erklärte Thüsing.
Um zu verhindern, dass das Leihmutterschaftverbot umgangen wird, sei ein Blick nach Italien hilfreich. "Wenn der deutsche Staat die Risiken und Gefährdungen der Leihmutterschaft aus guten Gründen nicht will, dann ist der Schritt, den Italien vor zwei Jahren gegangen ist, konsequent und richtig", sagte Thüsing. In Italien ist es verboten, die Dienste einer Leihmutter im Ausland in Anspruch zu nehmen.
Frister hatte am Dienstag im Deutschlandfunk gesagt, er sei bei dem Thema "gespalten", da es schwierig sei, Schutzmechanismen "wirklich in der Praxis durchzusetzen". Er neige aber eher dazu, die altruistische Leihmutterschaft unter bestimmten Voraussetzungen zuzulassen.
Ethikrat streitet über Legalisierung von Leihmutterschaft
über dts Nachrichtenagentur
21. Juli 2026 - 17:18 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland