Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) fordert mit Blick auf die Ausbreitung des Ebola-Virus eine deutliche Aufstockung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
"Der Ebola-Ausbruch verdeutlicht, dass wir keinesfalls bei der Entwicklungszusammenarbeit sparen dürfen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe). Deutschland solle seinen Etat für das Entwicklungsministerium wie beim Thema Verteidigung konsequent aufstocken, nicht zusammenstreichen.
Es gehe um humanitäre Leistungen, aber vor allem auch um Eigenschutz, so Lauterbach weiter. Die gekürzten Mittel der USA trügen bereits dazu bei, dass Gesundheitssysteme in afrikanischen Ländern wie dem Kongo zerfallen.
So könnten sich extrem gefährliche Viren wie Ebola rascher ausbreiten und bei anderen Zoonosen zu Pandemien mit wirtschaftlichen Folgen werden. Zugleich drohten durch erodierende Gesundheitssysteme Flüchtlingswellen aus afrikanischen Ländern Richtung Europa.
Die populistischen Forderungen von rechten Parteien nach Einschnitten bei der Entwicklungszusammenarbeit seien völlig falsch, warnte der SPD-Politiker. Solche Kürzungen könnten sich bitter rächen.
Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile über 900 Verdachtsfälle identifiziert worden. Darunter sind bisher 101 bestätigte Fälle. Hilfsorganisationen wie das International Rescue Committee fürchten, dass sich Ebola schneller ausbreiten könnte als sich die Krisenreaktion darauf entwickelt.
An diesem Mittwoch will sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) über den aktuellen Gesundheitszustand des Ebola-Patienten sowie seiner Angehörigen aus den USA informieren, die vergangene Woche in der Berliner Charité aufgenommen wurden.
Ebola: Lauterbach drängt auf Aufstockung der Entwicklungshilfe
über dts Nachrichtenagentur
27. Mai 2026 - 00:00 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland