Deutsche Unternehmen bereiten nach Angaben des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft bereits umfangreiche Investitionen in der Ukraine nach Kriegsende vor.
"Wir beobachten ein steigendes Interesse neuer Investoren, die auf starkes Wachstum nach einem Friedensschluss setzen und dafür bereits heute die Weichen stellen wollen", sagte der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, Michael Harms, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Freitagausgaben).
Die angestrebte wirtschaftliche Integration des Landes in den europäischen Binnenmarkt und die Übernahme von EU-Standards sorgten für zusätzliche Impulse. Das EU-Regelwerk wirke als wichtiger Reformanker im Land, so Harms. Die schnelle Übernahme von EU-Regeln verbessere bereits die Rahmenbedingungen für Investoren, deshalb sei allein dieser Prozess für die Wirtschaft sehr wertvoll.
Der Beitritt der Ukraine zur EU wird nach Einschätzung der Bundesregierung allerdings noch einige Jahre dauern.
Der Wirtschaftsverband spricht sich dafür aus, die Ukraine bereits früh in einzelnen Bereichen enger einzubinden, etwa beim Zugang zum europäischen Binnenmarkt oder bei der Integration in europäische Infrastrukturen. "Das schafft Planungssicherheit für Unternehmen und erleichtert langfristige Investitionsentscheidungen", sagte Harms. Damit Investitionen noch stärker Fahrt aufnehmen könnten, müssten bestehende Hemmnisse wie eingeschränkte Versicherbarkeit, Finanzierungslücken und regulatorische Unsicherheiten zügig abgebaut werden. Notwendig seien weitergehende staatliche Garantien, transparente Vergabeverfahren sowie weitere Fortschritte bei Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung.
Deutsche Wirtschaft bereitet Investitionen in Ukraine vor
über dts Nachrichtenagentur
08. Mai 2026 - 00:00 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland