Die Bundespolizei hat am heutigen Tag in Hamburg einen Schlag gegen die Schleusungskriminalität im Rotlichtmilieu durchgeführt. Wie die Beamten am Donnerstag mitteilten, vollstreckten die sie im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg einen Haftbefehl sowie vier Durchsuchungsbeschlüsse an sechs Objekten. Dabei wurde ein italienischer Staatsangehöriger festgenommen, der im Verdacht steht, gewerbsmäßig Frauen aus Südamerika nach Deutschland geschleust zu haben. Der Beschuldigte soll überwiegend dominikanische, venezolanische und kolumbianische Staatsangehörige nach Deutschland gebracht haben.
Die Frauen seien nach ihrer Ankunft einer illegalen Tätigkeit im Prostitutionsgewerbe nachgegangen. Nach Erkenntnissen der Ermittler fungierte der Italiener als zentraler Ansprechpartner und vermietete den Frauen sogenannte Modellwohnungen an mehreren Orten im Hamburger Stadtgebiet. Zudem soll er gegen Bezahlung die Werbung für die angebotenen Dienstleistungen auf einschlägigen Internetportalen organisiert haben. Bei der Einreise in den Schengenraum hätten die Frauen typischerweise einen touristischen Aufenthalt vorgetäuscht, um sich dann nach Hamburg zu begeben. Durch dieses Vorgehen soll sich der Beschuldigte einen erheblichen Vermögensvorteil verschafft haben.
Im Verlauf der Einsatzmaßnahmen wurden 13 Frauen und eine weitere Person angetroffen, die sich wahrscheinlich unerlaubt im Bundesgebiet aufhalten. Die Einsatzkräfte stellten zudem Datenträger, Mobiltelefone, Dokumente, hochwertige Luxusuhren sowie 20.000 Euro Bargeld sicher. Die Auswertung der Beweismittel soll weitere Erkenntnisse liefern.