Im Jahr 2025 hat die bayerische Justiz 20.952 Videoverhandlungen und -anhörungen an ihren Gerichten gezählt. Das teilte das Justizministerium am Freitag in München mit. Justizminister Georg Eisenreich sagte: "Die Videoverhandlung gehört inzwischen zum Gerichtsalltag. Mich freut die große Bereitschaft in der bayerischen Justiz, sich auf die neuen digitalen Möglichkeiten einzulassen."
Bis Ende Juni dieses Jahres seien bereits 11.963 Videoverhandlungen und -anhörungen gezählt worden.
Die Videoverhandlung erspart allen Prozessbeteiligten lange Anfahrten oder Wartezeiten. Dadurch können Verfahren häufig schneller abgeschlossen werden. Ob sich ein Verfahren dafür eignet, entscheidet der zuständige Richter. Landesweiter Spitzenreiter ist das Landgericht München I mit 2.176 digital geführten Verfahren. Im Bezirk des Oberlandesgerichts Bamberg führt das Landgericht Bayreuth mit 781 Videoverhandlungen, im Bezirk des Oberlandesgerichts Nürnberg das Landgericht Nürnberg-Fürth mit 818. Beim Amtsgericht Erding gab es 1.219 Videoverhandlungen und -anhörungen, vor allem wegen Fluggastrechteverfahren. Seit April dieses Jahres erprobt das Amtsgericht Erding zudem als eines von 18 Pilotgerichten bundesweit ein neues Online-Klageverfahren für Fluggastrechte.
Nach Ministeriumsangaben setzt die bayerische Justiz beim Ausbau der Videoverhandlungen auf ein Zwei-Säulen-Konzept aus Videokonferenzanlagen und einer Software. Seit Juli 2021 verfügen alle 99 bayerischen Gerichte über mindestens eine mobile Videokonferenzanlage. Insgesamt seien 197 Anlagen für die Gerichte und 22 für die Staatsanwaltschaften beschafft worden, hieß es. Vier weitere Anlagen sollen bis Ende September dieses Jahres dazukommen.
Bayerische Justiz verzeichnet 20.952 Videoverhandlungen im Jahr 2025
über dts Nachrichtenagentur
04. September 2026 - 10:25 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland