Erneut sind zahlreiche Kraniche, Schwäne und andere Wasservögel in Berlin und Brandenburg an der Vogelgrippe gestorben. Zuletzt wurden 14 Wildvögel im Landeslabor Berlin-Brandenburg positiv auf das Virus getestet, wie die Berliner Verbraucherschutzverwaltung mitteilt. Eine Bestätigung durch das für Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut steht noch aus.
Auch der Landkreis Dahme-Spreewald in Südosten Brandenburgs teilte mit, dass in diesem Jahr 29 tote Schwäne und Kormorane gefunden wurden. Bei mehreren Tieren habe das Landeslabor Vogelgrippe-Viren nachgewiesen. Das Ergebnis des Friedrich-Loeffler-Instituts werde kommende Woche erwartet. Zuletzt seien am Tonsee in der Stadt Mittenwalde sieben tote Schwäne und Kormorane entdeckt worden, sagte ein Sprecher des Landkreises.
In Berlin teilte die Verbraucherschutzverwaltung mit, auffällig sei die hohe Zahl an infizierten Schwänen. Betroffen seien neben Wassergeflügel auch Greifvögel, Möwen und Graureiher - vermutlich weil sie verendete Vögel fraßen.
Warum der Winter die Infektionslage verschärft
«Durch den strengen Winter hat sich die Infektionslage verschärft», stellt die Verwaltung fest. Wasservögel versammelten sich in großer Zahl auf den wenigen eisfreien Wasserflächen. Dadurch steige das Risiko der Übertragung des besonders krankheitserregenden Virus. In Nachbarschaftsgruppen wurden Fotos von toten Schwänen auf dem gefrorenen Landwehrkanal geteilt.
Im Zusammenhang mit dem seit Herbst 2025 andauernden Ausbruchsgeschehen, sind in Berlin den Angaben der Verwaltung zufolge bislang 41 Wildvögel verendet. Deutschlandweit erreichte die Ausbreitung der hochansteckenden Virusvariante H5N1 eine neue, dramatische Dimension. Besonders betroffen war Brandenburg, wo nach Behördenangaben allein mehr als 1.000 Kraniche im Linumer Teichgebiet verendeten.
Kranke und tote Tiere nicht berühren
Kranke oder tote Tier sollten auf keinen Fall angefasst werden, rät die Verwaltung, auch einzelne Federn nicht. Wer tote oder erkrankte Kraniche, Wasser-, Raben- oder Greifvögel findet, sollte den Fund der zuständigen Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirks melden.
Der derzeit vornehmlich auftretende Subtyp H5N1 ist in der Vergangenheit in Einzelfällen bei engem Kontakt mit erkrankten Vögeln auch auf den Menschen übertragen worden und hat teils zu Erkrankungen geführt – die Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher jedoch nicht nachgewiesen, wie die Behörde erklärt.
Geflügel soll in Ställe
Im Landkreis Dahme-Spreewald darf Geflügel nun nicht mehr im Freien gehalten werden. Es gelte für 30 Tage eine Aufstallungspflicht. Betroffen sind die Gemeinde Bestensee und die Städte Mittenwalde, Königs Wusterhausen und Wildau. In diesem Gebiet sind laut Landkreis derzeit 530 Geflügelhalter registriert.
Anfang Februar wurde zudem in Trebbin im Landkreis Teltow-Fläming der Ausbruch der Tierseuche in einem Geflügelbestand festgestellt. Zuvor traf es eine Putenmast mit 18.000 Tieren im Märkisch-Oderland. Seit Anfang September gab es in Deutschland eine Vielzahl von Geflügelpest-Ausbrüchen in Agrarbetrieben.