Hubschraubereinsatz gegen giftige Raupen startet in Prignitz

Hubschraubereinsatz gegen giftige Raupen startet in Prignitz. Symbolbild von Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Gegen die massenhafte Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners setzt der Landkreis Prignitz ab heute Nachmittag Hubschrauber ein. Von der Luft aus werde ein biologisches Mittel entlang der Elbe zunächst bei Bad Wilsnack auf Grünflächen ausgebracht, kündigte der Landkreis an. Die Raupen des Nachfalters können durch ihre Brennhaare bei Menschen starke allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen.  Die Bevölkerung wurde per Warnapp aufgefordert, sich während der tiefen Hubschrauber-Überflüge über ihre Orte nicht im Freien aufzuhalten und etwa leichte Gartenmöbel zu sichern, damit sie nicht wegfliegen können. 

Dutzende Flüge geplant

Rund 20 Hubschrauberflüge sind zunächst vom Dorf Legde nahe der Elbtalaue aus vorgesehen, wie ein Sprecher des Landkreises sagte. Später soll der Helikopter noch von zwei anderen Startplätzen abheben. Per Hubschrauber sollen im Landkreis Prignitz insgesamt mehr als 600 Hektar behandelt werden, vor allem entlang des Elberadwegs. Zeitweise sollen Straßen und Gebiete gesperrt werden. Aber auch vom Boden aus wird der Eichenprozessionsspinner bekämpft. 

Klimawandel wirkt sich aus

Zum Einsatz kommt das Biozid «Foray ES», das laut Landkreis für Menschen sowie nicht blattfressende Insekten als unbedenklich gilt. Die wässrige Lösung trockne innerhalb kurzer Zeit ab, wie es hieß. Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Ausbreitung in Deutschland durch den Klimawandel begünstigt wird. Der Falter ist für Mensch und Tier harmlos – nicht jedoch seine Raupen. Ihre Nester sind runde Gespinste, die die Größe eines Fußballs erreichen können. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen ihnen feine Brennhaare, die beim Menschen Beschwerden hervorrufen können. Die höchste Gesundheitsbelastung tritt im Frühsommer auf.


Anzeigen