Antisemitische Vorfälle in Brandenburg bleiben auf hohem Niveau

Antisemitische Vorfälle in Brandenburg bleiben auf hohem Niveau - (Foto: Stolpersteine von Gunter Demnig (Archiv))
Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Brandenburg ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen, bleibt aber auf einem sehr hohen Niveau. Das geht aus dem Monitoringbericht 2025 der Fachstelle Antisemitismus hervor, den das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt am Montag in Potsdam vorgestellt hat. Demnach wurden für das Jahr 2025 insgesamt 461 antisemitische Vorfälle dokumentiert, 23 weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2022, als 204 Vorfälle erfasst wurden, hat sich die Zahl damit mehr als verdoppelt.
Die Fachstelle spricht von einer dauerhaften Niveauverschiebung seit dem 7. Oktober 2023. Staatssekretär Johannes Wagner erklärte, Antisemitismus werde in Brandenburg öffentlicher und unverhohlener. Dies dürfe man niemals hinnehmen, es brauche die gemeinsame Anstrengung aller Menschen mit Anstand und Verstand, geschlossen dagegenzustehen. Rechtsextremismus bleibt der häufigste dokumentierte politische Hintergrund. Fast jeder zweite Vorfall (208 Fälle) wird einem rechtsextremen oder rechtspopulistischen Umfeld zugeordnet. Die meisten Vorfälle sind verletzendes Verhalten, gleichzeitig nehmen Angriffe (18) und Bedrohungen (58) zu. Besonders viele Vorfälle wurden in Oberhavel (76), Cottbus (57) und Potsdam (53) registriert. Der öffentliche und der digitale Raum bleiben zentrale Tatorte, in denen antisemitische Inhalte zunehmend offen verbreitet werden.

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