In Berlin sind in der Nacht erneut Schüsse gefallen. Ein Mensch wurde nach Polizeiangaben in Tegel verletzt, als auf ein Fahrzeug gefeuert wurde. Weitere Schüsse wurden demnach in Kreuzberg auf ein Geschäft abgefeuert. Verletzte gab es laut Polizei nicht. Weitere Details nannte ein Polizeisprecher zunächst nicht. Zuvor hatte RBB-Radio 88,8, berichtet.
In den vergangenen Tagen gab es wieder vermehrt Schüsse in der Hauptstadt. So wurden auf eine Wohnungstür in Berlin-Köpenick am Mittwochabend mehrere Schüsse abgefeuert. Verletzt wurde bei dem Vorfall in einem Mehrfamilienhaus laut Polizei niemand. Am Sonntag wurde auf eine Shishabar in Berlin-Wedding geschossen. Dabei wurde Mensch durch Glassplitter leicht verletzt. Sonntagabend gab es Schüsse auf eine Werkstatt in Neukölln. Verletzt wurde dabei niemand.
Justizsenatorin: Neue Bedrohungslage
Die Ermittlungen in all den Fällen hat die Sondereinheit «Ferrum» (deutsch: Eisen) im Landeskriminalamt übernommen. Diese wurde nach zahlreichen Schießereien Ende vergangenen Jahres eingerichtet. Sie ging seitdem mit umfangreichen Razzien in Bars und Restaurants und an bekannten Treffpunkten von Kriminellen gegen gewalttätige Banden vor. Dabei wurden laut Senatsinnenverwaltung innerhalb von drei Monaten 12 scharfe Schusswaffen und 192 Patronen beschlagnahmt. Die Kriminalpolizei leitete 223 Ermittlungsverfahren ein, in 49 davon wurden Verdächtige festgestellt. 9 Haftbefehle wurden von Richtern erlassen.
Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) sprach zuletzt von einer neuen Bedrohungslage durch Bandenkriege in der Hauptstadt. «Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe auf Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und auch Gebäude», sagte Badenberg dem RBB-Inforadio.