Hindu-Tempel in Berlin wird im Juni eröffnet

Hindu-Tempel wird im Juni eröffnet. Archivbild von Malin Wunderlich/dpa

Großer Tag für die Hindu-Gemeinde in Berlin: Nach 20 Jahren Planungs- und Baugeschichte mit immer neuen Verzögerungen steht der Hindu-Tempel an der Hasenheide in Neukölln nun vor der Eröffnung. Vom 3. bis 7. Juni ist dazu ein Fest mit einer Serie spiritueller Rituale geplant, wie Vilwanathan Krishnamurthy vom Trägerverein der Deutschen Presse-Agentur sagte. 

Höhepunkt ist die Tempelweihe am 7. Juni. Ein Priester gießt dazu mit Hilfe eines Krans nach altem Ritus Wasser aus dem indischen Fluss Ganges und aus Berlin über die Turmspitze des Tempels. Dies soll laut Krishnamurthy die göttliche Kraft symbolisieren, die den Tempel und die zahlreichen Götterfiguren im Inneren von oben in Besitz nimmt. Die Figuren werden bereits am 4. Juni in den Tempel gebracht. Am 6. Juni steht er dann erstmals in voller Pracht für Besucher offen. 

Traum wird wahr

«Es war ein großer Traum», sagt Krishnamurthy, der das Projekt seit den Anfängen vor rund 20 Jahren betreut. «Nun haben wir es endlich geschafft, auch mit Hilfe der Götter.» Die Gesamtkosten bezifferte er auf 1,1 Millionen Euro - finanziert durch Spenden und ehrenamtliches Engagement. Die Geschichte des Tempels begann mit ersten Planungen 2005. Damals verzögerten Probleme mit Genehmigungen den Baustart, erst 2010 ging es dann los. Seither waren schon öfter Eröffnungstermine geplant, doch der Bau wurde aus unterschiedlichsten Gründen immer wieder aufgehalten. Zuletzt mussten Krishnamurthy und seine Getreuen viele Monate auf die Lieferung des Granits für den Fußboden warten. 

Gesamtkunstwerk

Der Tempel am Rande der Hasenheide in der Nähe des Hermannplatzes zählt zu den größten in Europa und ist ein echter Hingucker. Die in Gold gehaltene Dachkonstruktion des 17 Meter hohen Turms ist ein prächtig verziertes Gesamtkunstwerk indischer Meister. Die blaue Fassade weist Ornamente und Götterfiguren auf. Auch im Inneren ist das Gotteshaus prachtvoll gestaltet.

Gewidmet ist der Sri Ganesha Hindu Tempel, so seine korrekte Bezeichnung, der hinduistischen Gottheit Ganesha, die einen Elefantenkopf hat.

Zweiter Hindu-Tempel in Berlin

Der Tempel in Neukölln ist der zweite für Hindus in Berlin. 2013 eröffnete in Britz der Sri Mayurapathy Murugan Tempel. Dieser ist nach Angaben Krishnamurthys vor allem Anlaufpunkt für Gläubige mit Wurzeln in Sri Lanka, während hinter dem Projekt an der Hasenheide die indischstämmige Gemeinschaft stehe. Wie viele Hindus in Berlin leben, weiß keiner so genau. Krishnamurthy glaubt, dass es bis zu 45.000 sind. Ihre Zahl sei zuletzt stark gestiegen vor allem durch Studenten und IT-Fachleute aus Indien.


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