Grüne kritisieren ungelösten Lehrkräftemangel in Berlin

Grüne kritisieren ungelösten Lehrkräftemangel in Berlin - (Foto: Klassenraum in einer Schule (Archiv))
Zum Start des neuen Schuljahres bleibt der Lehrkräftemangel an Berlins Schulen dramatisch. Das teilte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus mit. Von knapp 3.700 vakanten Stellen seien bis zum 1. Juli nur knapp 800 mit voll ausgebildeten Lehrkräften besetzt worden.
Selbst unter Einbeziehung weiterarbeitender Ruheständler liege der Anteil voll ausgebildeter Lehrkräfte an den Neueinstellungen nur bei 28 Prozent. Die rechnerische Lücke werde unter anderem durch die stärkere Anrechnung der Arbeit von Referendaren und die Umwandlung von Lehrerstellen in Stellen für andere Professionen geschönt. Fraktionsvorsitzender Werner Graf erklärte, die CDU müsse sich daran messen lassen, ob die Situation an den Schulen tatsächlich besser werde. Bislang sei kein Plan erkennbar. Wenn fehlendes Personal allein durch Mehrarbeit, zusätzliche Vertretungen und größere Lerngruppen aufgefangen werde, könne von einer nachhaltigen Verbesserung keine Rede sein. Die Bildungssenatorin dürfe sich nicht darauf ausruhen, dass Pädagogen dauerhaft über ihre Belastungsgrenze gingen. "Durch geschönte Statistiken in CDU-Flyern löst man keine Probleme an unseren Schulen." Louis Krüger, Sprecher für Schulpolitik, sagte, die CDU habe im Wahlkampf behauptet, sie habe den Lehrkräftemangel drastisch reduziert. Die Zahlen zum Schuljahresstart zeigten, dass das Problem nicht gelöst sei. Nur gut ein Viertel der neu eingestellten Lehrkräfte sei vollständig ausgebildet. Studierende, Seiteneinsteiger und Menschen aus anderen Berufen leisteten einen wichtigen Beitrag, müssten jedoch professionell angeleitet werden und könnten auf Dauer nicht fehlende voll ausgebildete Lehrkräfte ersetzen. Senatorin Günther-Wünsch habe auch nach drei Jahren keine Antwort darauf, wie sie dem Lehrkräftemangel strukturell begegnen wolle. Der Beruf der Lehrkraft müsse wieder attraktiver gemacht werden, das Bildungssystem müsse sich für Kooperationen öffnen und der Lehrplan entschlackt werden.

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