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Arztmuffel aufgepasst: Urologen warnen vor Potenzstörungen

Prof. Dr. Kurt Miller, Urologe an der Berliner Charité und medizinischer Leiter bei Kranus Health. Foto: Kranus Health

Erektionsprobleme belasten nicht nur, hinter ihnen können sich auch ernsthafte Krankheiten verbergen. Alle medizinischen Leitlinien empfehlen daher eine ursachenorientierte Therapie mit dem Fokus auf der Reduktion von Risikofaktoren. Doch viele Männer haben immer noch Hemmungen vor regelmäßigen Gesundheitschecks. Verschiedene Grunderkrankungen können nämlich nicht nur Ursache für eine Flaute im Schlafzimmer, sondern auch gleichzeitig Indikatoren für schwerwiegende gesundheitliche Probleme sein. Betroffene haben eine höhere Tendenz, in den nächsten Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Umso wichtiger ist es, Zugangsbarrieren zu reduzieren und die Assoziation von Urolog:innen mit Altmännerproblemen loszuwerden. Prof. Dr. Kurt Miller, Urologe an der Berliner Charité und medizinischer Leiter bei Kranus Health, erklärt, wie Apps Männern bei der frühzeitigen, ursachenorientierten Behandlung helfen.

Von Potenzproblemen Betroffene gehen oft aus Scham oder Angst nicht zum Arzt, was ernstzunehmende Folgen haben kann. Unter einer erektilen Dysfunktion versteht man eine gestörte oder fehlende Erektion bei sexueller Erregung. Laut der medizinischen Definition besteht diese dann, wenn die Symptome mindestens sechs Monate andauern und befriedigenden Geschlechtsverkehr in über 70 Prozent der Fälle verhindern. Die Ursachen sind vielfältig. Neben Auslösern wie Versagensängsten und Stress sind auch Vorerkrankungen Grund des Problems. Erektionsstörungen können unter anderem durch Diabetes, Herz- und Gefäßerkrankungen, Atherosklerose, hohen Blutdruck oder Depressionen verursacht werden. Selbst die Einnahme von bestimmten Medikamenten kann die unerwünschte Flaute begünstigen. Eine Abklärung des individuellen Risikos dient also nicht nur zu Verbesserung des Sexuallebens, sondern auch zur möglichen Vermeidung ernsthafter Komplikationen von ursächlichen Erkrankungen. Medizinischer Leiter von Kranus Health, Prof. Kurt Miller erklärt: „Potenzprobleme sind mögliche Vorboten von ernstzunehmenden Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.“ Eine frühzeitige Therapie könne eventuell schlimme Folgen verhindern, doch die Tabuisierung solcher Themen stehe dem oft im Weg. Nur neun Prozent der von erektiler Dysfunktion Betroffenen schätzen sich als behandlungsbedürftig ein. Mobile Anwendungen auf Rezept sollen den Zugang zu der nötigen medizinischen Versorgung für Männer und den Gang zur*m Urolog:innen erleichtern. Gleichzeitig soll damit vor Risiken für die Gesundheit gewarnt und Prävention betrieben werden.

Achtung Arztmuffel

Die meisten Männer gehen seltener zum Arzt, denn sie wissen oft nicht, an wen sie sich mit sensiblen Themen wie der eigenen Sexualität wenden sollen. Scham, Unwissenheit und Zugangsbarrieren zählen zu den häufigsten Gründen, die Betroffene davon abhalten, nach Hilfe zu fragen. Die Angst vor beunruhigenden Diagnosen und Schwierigkeiten, einen Termin zu bekommen, geben Anlass, es gar nicht weiter zu versuchen. Ab 45 Jahren werden Prostatakrebs-Früherkennungsuntersuchungen von der Krankenkasse übernommen. „Meistens werden Urolog:innen mit den Beschwerden älterer Männer assoziiert, obwohl sie auch Ansprechpartner für Probleme wie etwa Erektionsstörungen, vorzeitigen Samenerguss und sexuell übertragbare Krankheiten sind“, betont Prof. Kurt Miller und fährt fort: „Diese Lücken in der Gesundheitsversorgung für Männer müssen langfristig verbessert werden, damit der Gang zum Experten künftig selbstverständlich wird.“ Die harte Realität ist laut dem ehemaligen Chefarzt der Berliner Charité, dass sich eine erektile Dysfunktion nicht von selbst behebt. Diese Mentalität birgt die Gefahr, Warnzeichen ernstzunehmender gesundheitlicher Probleme zu übersehen.

Hemmungen überwinden mit App auf Rezept

Jederzeit Zugriff auf Gesundheitstipps und Risikowarnungen zu haben, schafft ein Bewusstsein für gesundheitliche Folgen von Erektionsstörungen. Kranus Edera will im Bereich der Männergesundheit ein besseres Verständnis über die Behandlungsmöglichkeiten von Krankheitsbildern, wie erektiler Dysfunktion, mittels App ermöglichen. Miller dazu: „Digitale Medizinprodukte erleichtern es Patienten enorm, diese Art der ganzheitlichen Therapie überhaupt erst zu beginnen.“ Viele Männer koste es Überwindung, sich mit ihrer sexuellen Gesundheit auseinanderzusetzen und Urolog:innen aufzusuchen. Ein unkomplizierter Zugang zur Therapie und Diskretion dank dem eigenen Smartphone helfen, anfängliches Zögern zu minimieren. „Insbesondere aus diesem Grund haben wir Kranus Edera digital konzipiert, damit Patienten die Behandlung mit wenig Aufwand in ihren Tagesablauf integrieren können“, erklärt Prof. Dr. Miller. „Vielen Menschen ist noch gar nicht bewusst, welchen Mehrwert digitale Gesundheitsanwendungen auf Rezept für multifaktorielle Erkrankungen bringen“, fährt der Experte fort.

Apps auf Rezept sind zukunftsweisend für ganz Europa

Aktuell leiden vier von fünf Männern unter einer primär organischen erektilen Dysfunktion, die sehr gut mit einer multimodalen Therapie behandelt werden kann. „Kranus Edera ist genau für diese Patienten gedacht“, erklärt Prof. Dr. Miller. Die DiGA-zertifizierte App setzt bei den behandelbaren organischen Ursachen einer Potenzstörung an und hilft, sie langfristig zu verbessern. Der kompakte Therapieplan liefert Beckenbodentraining sowie Ausdauereinheiten. Eingeplante Sexualtherapie und mentales Training sorgen für ein tieferes Verständnis gegenüber der Problematik und können sowohl dezent als auch pragmatisch im Alltag umgesetzt werden. Eine signifikante Verbesserung der Erektion und Lebensqualität wird somit schon nach sechs Wochen erzielt und Risikofaktoren mittels Wissensvermittlung per App besser verstanden und früher erkannt.

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