Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Altersvorsorge oder die Finanzierung der Pflege: Viele Fragen, mit denen sich Versicherungen beschäftigen, reichen längst weit über die Branche hinaus. Sie betreffen unseren Alltag und unsere Zukunft. In Berlin gibt es einen Verein, der die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Themen fördert und dabei Forschung, Nachwuchs und Versicherungspraxis zusammenbringt.
Sein vollständiger Name beschreibt bereits seinen Auftrag: Verein zur Förderung der Versicherungswissenschaft in Berlin e.V. Was zunächst etwas akademisch klingt, hat einen sehr praktischen Hintergrund. Versicherungswissenschaft beschäftigt sich mit Risiken, Vorsorge und Absicherung und damit mit Fragen, die Menschen, Unternehmen und Gesellschaft gleichermaßen betreffen. Der Berliner Förderverein unterstützt Forschung und Lehre und schafft Möglichkeiten, wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Versicherungspraxis zusammenzubringen.
Junge Wissenschaftler bekommen eine Bühne
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Der Förderverein unterstützt junge Menschen unter anderem mit Deutschlandstipendien und Forschungsstipendien. Hinzu kommt der Berliner Preis für Versicherungswissenschaft. Nachwuchswissenschaftler erhalten darüber hinaus Gelegenheit, eigene Forschungsarbeiten bei Veranstaltungen vorzustellen und mit Fachleuten aus der Versicherungswirtschaft zu diskutieren.
Für die Vorsitzende Antje Mündörfer ist gerade diese Verbindung von besonderer Bedeutung. Junge Wissenschaftler sollen nicht nur Unterstützung bei ihrer Forschungsarbeit erhalten. Sie sollen ihre Erkenntnisse präsentieren, diskutieren und gleichzeitig erfahren können, welche beruflichen Perspektiven die Versicherungswirtschaft bietet.
„Gut ausgebildete Nachwuchskräfte sind für unsere Branche von großer Bedeutung“, sagt Antje Mündörfer. Ihre Verbindung zum Förderverein reicht lange zurück. Nach ihren Angaben gehört die IDEAL Versicherung zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und gibt ihm seit 2004 eine „Heimstatt“. Antje Mündörfer selbst begleitet den Förderverein seit vielen Jahren als persönliches Mitglied.
Wenn aus Forschung konkrete Fragen werden
Wie relevant Versicherungswissenschaft sein kann, zeigt sich besonders an den Themen, mit denen sich der Verein beschäftigt. Was passiert mit Haftung und Versicherung, wenn selbstlernende Systeme künftig Fahrzeuge steuern? Wie können Menschen für das Alter vorsorgen? Was verändert künstliche Intelligenz in der Versicherungswirtschaft? Und wie lässt sich die Pflege einer alternden Gesellschaft dauerhaft finanzieren?
Bei solchen Fragen treffen unterschiedliche Disziplinen und Interessen aufeinander.
Wissenschaft kann bestehende Modelle untersuchen, Entwicklungen hinterfragen und neue Lösungsansätze erarbeiten. Die Versicherungspraxis bringt wiederum Erfahrungen aus Unternehmen und dem Alltag der Versicherten ein.
Genau diesen Austausch zwischen Versicherungswissenschaft und Versicherungswirtschaft will der Berliner Förderverein ermöglichen.
Nachwuchs für eine Branche im Wandel
Dabei geht es auch um die Zukunft der Versicherungswirtschaft selbst.
Die Branche benötigt längst nicht nur klassische Versicherungskaufleute. Mathematik, Jura, Wirtschaftswissenschaften, Datenanalyse und zunehmend technologische Fragestellungen spielen eine wichtige Rolle.
Der Förderverein möchte Studierenden deshalb vermitteln, wie vielfältig Versicherungswissenschaft und Versicherungswirtschaft sein können.
Antje Mündörfer möchte diesen Ansatz in den kommenden Jahren weiter vertiefen. Gleichzeitig sollen der Förderverein stärker sichtbar und neue persönliche und institutionelle Mitglieder gewonnen werden.
Als Nächstes geht es um die Pflegeversicherung
Wie schnell aus Versicherungswissenschaft eine ganz konkrete gesellschaftliche Frage wird, zeigt das nächste Thema des Vereins.
Am 19. November 2026 beschäftigt sich eine öffentliche Veranstaltung des Fördervereins in Berlin mit der Zukunft der Pflegeversicherung. Unter dem Titel„Pflegeversicherung im Fokus: Reformdruck, Finanzierungsrisiken, Vermögensbildung“ soll es unter anderem um die langfristige Finanzierung, mögliche Reformen und die Bedeutung privater Eigenvorsorge gehen. Damit beschäftigt sich die Versicherungswissenschaft mit einer Frage, die weit über Hochschulen und Versicherungsunternehmen hinausreicht: Wie finanzieren wir die Pflege von morgen? Infos zur Veranstaltung findet man auf der nachstehenden Homepage!