Ein Abend mit Elisabeth Stiller beim BAC

Elisabeth Stiller (GDV), Jörg Schieferdecker (BAC). Foto von Björn Hensel

Berlin, 23.04.16  Wenn der Berliner Assekuranz‑Club von 1877 e. V. zum Symposium lädt, dann wird es selten oberflächlich. Und so war es auch am 20. April im GDV: Elisabeth Stiller, Leiterin Vertrieb beim Gesamtverband der Deutschen Versicherer, führte durch einen Abend, der dicht gepackt war mit Reformplänen, Regulierungsthemen – und überraschend viel Leichtigkeit.

Begrüßt wurde sie von Jörg Schieferdecker, dem 1. Vorsitzenden des BAC, der den Abend eröffnete und die Gäste auf eine „aktuelle, aber nicht ganz einfache Themenlage“ einstimmte.

Altersvorsorge: Ein Zeitplan, der schneller ist als die Branche atmen kann

Stiller begann mit der Altersvorsorgereform – und stellte gleich klar, dass die Informationen so frisch sind, dass selbst im GDV „diese Woche die Köpfe zusammengesteckt werden“. Sie konzentrierte sich auf das, was für den Vertrieb jetzt schon relevant ist: den eng getakteten Zeitplan und die Eckpunkte der pAV‑Reform.

Aus den Folien wurde deutlich:

  • neues Fördersystem ab 01.01.2027,
  • öffentliches Standardprodukt mit Kostendeckel 1,0 %,
  • angehobene Grund‑ und Kinderzulagen,
  • Wechselgebühr statt Abschlusskosten.

Für viele im Saal war klar: Das Reformtempo ist ambitioniert. Ich selbst fragte mich: Wie viel davon ist bis 2027 wirklich marktreif?

Statusfeststellung & neue Selbstständigkeit: Mehr Klarheit oder neue Unsicherheit?

Ein weiterer Schwerpunkt war das Statusfeststellungsverfahren. Stiller zeigte die geplanten Kriterien der „neuen Selbstständigkeit“ – eine Art Positivliste, die künftig mehr Rechtssicherheit bringen soll.

Ob das gelingt, bleibt offen. Zumindest für mich: Fünf von acht Kriterien – reicht das wirklich für die Praxis?

RIS, SFDR, PEPP: Regulierung im europäischen Dauerlauf

Mit der EU‑Kleinanlegerstrategie (RIS) wurde es noch dichter:

  • neuer inducement‑test,
  • strengere Transparenz,
  • neue Anforderungen an Eignungs‑ und Angemessenheitsprüfungen,
  • „digital by default“ bei Kundeninformationen.

Dazu kamen Updates zum SFDR‑Review und PEPP‑Review. Stiller führte souverän durch die Themen – ruhig, strukturiert, mit einem verschmitzten Lächeln, wenn es besonders technisch wurde.

BaFin schafft neue Wohlverhaltensaufsicht – und alle hören genauer hin

Besonders aufmerksam wurde es, als Stiller die neue Wohlverhaltensaufsicht der BaFin vorstellte: drei Referate, 30 Beschäftigte, klare Fokussierung auf Benchmarks und Vertriebsverhalten.

Ein Punkt, der im Raum spürbar nachhallte. Viele zogen gedanklich ihre eigenen Schlüsse – und ich auch: Was bedeutet das für Vergütung, Prozesse und Reporting?

„Und nun der Werbeblock…“ – mit einem Augenzwinkern

Charmant war Stillers Übergang zu den kommenden GDV‑Veranstaltungen: „Und nun der Werbeblock…“ – ein Moment, der den Saal zum Schmunzeln brachte und zeigte, dass Regulierung nicht zwingend trocken sein muss.

Networking, Fingerfood und viele bekannte Gesichter

Nach der Fragerunde ging es bei Fingerfood in den Austausch. Unter den Gästen:

  • Dr. Peter Schwark, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Aktuarvereinigung (ehem. GDV‑Hauptgeschäftsführer)
  • Dr. Axel Wehling, ehem. GDV‑Hauptgeschäftsführer, heute Partner bei Wehling & Partner
  • Prof. Dr. Thomas Köhne, HWR Berlin
  • Prof. Dr. Michael Ortmann, BHT
  • Gerald Archangeli, Vizepräsident des BVK
  • Frank Rottenbacher, geschäftsführender Vorstand des AfW

Dazu zahlreiche Vorstände, Vertriebsverantwortliche und Branchenvertreter.

Fazit

Ein Abend, der zeigte, wie man komplexe Regulierungsthemen verständlich, lebendig und mit einem Augenzwinkern vermitteln kann. Und ein Symposium, das erneut bewies, warum der BAC seit 1877 ein fester Ankerpunkt der Berliner Versicherungslandschaft ist.

Bericht von Alfred Hampp

Quelle:


von

BAC- Berliner Assekuranz Club von 1877 e.V.

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