Theorie: Lipödem durch Leaky-Gut-Syndrom begünstigt

Theorie: Lipödem durch Leaky-Gut-Syndrom begünstigt. Foto: iStock / Rudzhan Nagiev

Soest – Es wäre eine medizinische Sensation, noch aber ist es „nur“ eine Theorie. Der plastische Chirurg und Lipödem-Experte Dr. Denis Simunec will anhand der Daten seiner Patientinnen – die er in seiner privaten Praxisklinik revitCells(R) in Soest gesammelt hat – Folgendes festgestellt haben: Jede von ihm operierte und behandelte Lipödem-Patientin wies in einem speziellen Bluttest demnach unter anderem die Marker im Dünndarm auf, die auf ein Leaky-Gut-Syndrom hinweisen. Simunec sieht dies als Bestätigung für eine Theorie, die in einer Fachpublikation bereits im Jahr 2020 veröffentlicht wurde (siehe unten). 

Der Hintergrund des Leaky-Gut-Syndroms 

Das Leaky-Gut-Syndrom, auch als intestinale Permeabilität bekannt, bezieht sich auf eine Störung des Darmepithels, bei der die Schutzbarriere des Darms geschädigt ist. So können ungewollt Stoffe in den Blutkreislauf gelangen. Als Ursache des Leaky-Gut-Syndroms wiederum führen die medizinischen Fachgesellschaften eine ungesunde Ernährung, die reich an zuckerhaltigen Lebensmitteln, verarbeiteten Nahrungsmitteln und bestimmten Allergenen ist, an. Ebenso steht chronischer Stress im Verdacht, die Darmfunktion zu beeinflussen und Entzündungen zu fördern, die in der Folge die Darmbarriere schädigen. Leider können laut Fachleuten auch spezielle Medikamente wie nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAID) und Antibiotika die Darmgesundheit negativ beeinflussen. Zusätzlich gelten Toxine und Schadstoffe aus der Umwelt als Darm-schädigend.

Die Symptome des Leaky-Gut-Syndroms 

Die Symptome, die bei Leaky-Gut auftreten können, sind ebenso vielfältig wie die Ursachen. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung. Ebenso können Menschen mit Leaky-Gut-Syndrom empfindlicher auf bestimmte Lebensmittel reagieren und Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten entwickeln. Außerdem gehören in vielen Fällen entzündliche Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie Allergien, Müdigkeit und Schlafstörungen zu den Symptomen. 

Ganzheitliche Behandlung erforderlich

Die Behandlung des Leaky-Gut-Syndroms erfordert nach Meinung vieler Medizinerinnen und Mediziner eine ganzheitliche Herangehensweise. Sie sollte immer in Absprache mit medizinischem Fachpersonal erfolgen und nicht in Eigenregie. Grundsätzlich gilt eine ausgewogene Ernährung, die reich an Ballaststoffen, probiotischen Lebensmitteln und Omega-3-Fettsäuren ist, als förderlich für die Darmgesundheit. Auch Stressabbau-Techniken wie Meditation, Yoga und Atemübungen können dazu beitragen, die Darmfunktion zu normalisieren. In einigen Fällen kann der Einsatz von Medikamenten notwendig sein, um zunächst Entzündungen zu reduzieren und später die Darmgesundheit – etwa mithilfe von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen – wiederherzustellen. 

Leaky-Gut behandeln und Lipödem vorbeugen? 

Hier setzt auch die Arbeit von Dr. Denis Simunec an. Er untersucht nach einer Lipödem-OP standardmäßig verschiedene Aspekte, um das Wohlbefinden seiner Patientinnen zu verbessern. Dies beinhaltet die Analyse der Darmmikrobiota und des Omega-Fettsäurehaushaltes. Für diese Untersuchungen werden lediglich zwei Tropfen Blut benötigt, ähnlich den Blutzuckermessungen. Die gewonnenen Daten liefern wertvolle Informationen über mögliche Störungen im Stoffwechsel der jeweiligen Patientin. Simunec: „Es wurde bereits festgestellt, dass bei Patientinnen mit Lipödem grundlegende Stoffwechselregelkreise gestört sind. Wenn ich nur eine Fettabsaugung durchführe, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerden der Patientin in absehbarer Zeit zurückkehren. Das Entfernen des entzündlichen Fettgewebes allein reicht meiner Meinung nach nicht aus.“  

Ausblick und Studie 

Die Wissenschaft verstehe laut Studienlage bislang nicht, warum es überhaupt zu chronischen Entzündungen im Fettgewebe komme, erklärt der Arzt weiter. Jedoch gibt es eine Metaanalyse, die von der sogenannten Leaky-Gut-Theorie im Zusammenhang mit Lipödem berichtet und die Simunec inspiriert hat. Es handelt sich dabei um die „Streitschrift für eine European Best Practice of Lipoedema – Zusammenfassung des Konsensus des European Lipoedema-Forums“. Darin wird explizit erwähnt, dass bei einer Lipödem-Erkrankung in der entzündeten Fettgewebsschicht Antigene vorzufinden sind, die mutmaßlich aus dem Dünndarm stammen würden. Diese gelangten nur in den Körper, weil der Dünndarm perforiert sei und damit die natürliche Schutzbarriere nicht mehr hundertprozentig funktioniere, so sinngemäß die Autoren der Publikation. 

Hinweis: Wer weitere Informationen zum Thema Lipödem in Verbindung mit Leaky-Gut wünscht, kann unter anderem über die Soester Lipödem-Hotline 0151-56442928 ein kostenfreies Erstgespräch anfragen. Weitere Informationen zu Lipödem und dessen Behandlung finden Interessentinnen zudem auf der Themenseite „Lipödem“ der revitCells® – Praxisklinik für Regenerative Medizin, klicke hier: 

Wie alle Wissenschaften entwickelt sich die Medizin ständig weiter. Forschung, Studien und Erfahrungen aus Praxis und Klinik erweitern die Erkenntnisse, insbesondere in Bezug auf die Behandlungen und Therapien. Die hier vorgestellten Therapien gelten bisher nicht als valide, da die Studienlage bislang nicht ausreichend ist. Es kann keine Gewähr oder Haftung für die Wirkung übernommen werden. Im Falle einer vorliegenden Krankheit ersetzt dieser Beitrag nicht die (fach)ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden kontaktieren Sie bitte umgehend einen (Fach)Arzt.

Dieser Gastbeitrag wurde von Pressebüro LAAKS im Auftrag der revitCells® – Praxisklinik für Regenerative Medizin / Dr. med. Denis Simunec erstellt.




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