BERLIN – Es gibt Abende, da passt einfach alles: Die Gitarrenriffs sitzen, der Blues liegt in der Luft und die Stimme von OSSTERNHAGEN trifft genau jenen rauen Nerv, den man sonst nur vom Original kennt. Am Samstagabend platzte das Berliner Brick House aus allen Nähten – die Band hatte geladen und die Fans ehrlicher Rockmusik kamen in Scharen.
Dass es voll werden würde, zeichnete sich bereits im Vorfeld durch die enorme Resonanz ab. Doch mit diesem Ansturm hatte selbst der Veranstalter nicht gerechnet. Schon kurz nach Beginn musste der Einlass wegen Überfüllung gestoppt werden. „Echt, erdig, Berlin“ – das Motto des Abends war Programm.
Was das Publikum im dicht gedrängten Club erlebte, war keine verkleidete Tribute-Show, sondern eine leidenschaftliche Verneigung vor der Musik. Auf der offiziellen Website www.ossternhagen.de wird die Philosophie der Band deutlich: „Der Star ist nicht der Künstler, sondern ausschließlich das Lied“. Markus Paulick, der seit 25 Jahren auf den großen Bühnen zu Hause ist, braucht keine Maskerade. Er verneigt sich vor den großartigen Kompositionen, die Westernhagen geschaffen hat, und stellt diese ganz in den Mittelpunkt seiner Arbeit.
Mit Kulle an der Gitarre sowie Scotti und Jan-Hendrik im Rücken wurde eine Show abgeliefert, bei der diese zeitlose Musik die Hauptrolle spielte. Egal ob bei den großen Hymnen oder den dreckigen Blues-Nummern: Die Stimme ist verblüffend nah am Original, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren. Es war eine Reise durch ein musikalisches Erbe, die das Brick House zum Kochen brachte.
Für alle, die am Samstag enttäuscht vor verschlossenen Türen standen, gibt es einen Trost: Der Erfolg in Weißensee war erst der Auftakt. Mit der Einladung zum diesjährigen Rudolstadt-Festival im Gepäck und der Planung für die Sommertour 2026 zeigt die Kurve für OSSTERNHAGEN & Band steil nach oben. Eines ist sicher: Wer die Band live erleben will, sollte sich beim nächsten Mal frühzeitig auf den Weg machen.