Rave The Planet» wird in Berlin stattfinden

Rave The Planet» wird in Berlin stattfinden. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Die Veranstalter der für Samstag in Berlin geplanten Technoparade «Rave The Planet» haben nach eigenen Angaben eine Lösung für die bisher unklare medizinische Versorgung gefunden. Falls nicht noch etwas Unerwartetes dazwischen komme: «Die Veranstaltung findet statt», sagte Geschäftsführer Timm Zeiss am Freitag. Demnach stellt ein kommerzieller Sanitätsdienst die Einsatzleitung, die Verträge seien unterschrieben. Damit erfüllen die Veranstalter eine Auflage der Versammlungsbehörde, wodurch die Parade doch stattfinden kann. Den Namen des Sanitätsdienstes gaben die Organisatoren nicht an.

Die erheblichen Kosten für den Sanitätsdienst brächten die Veranstalter jedoch auch in eine schwierige finanzielle Lage. «Unsere gemeinnützige GmbH wird natürlich in Mitleidenschaft gezogen, ein Stück weit», so Zeiss. Bis zuletzt war demnach ein kommerzieller Sanitätsdienst für die Veranstalter unerschwinglich gewesen, weswegen sie auch einen Spendenaufruf starteten. Mittlerweile hat sich der geforderte Betrag eines kommerziellen Sanitätsdiensts - zwischenzeitlich war die Rede von 250.000 Euro - aber auch etwas reduziert, wie die Veranstalter mitteilten.

Zur Parade, die unter anderem von Techno-Pionier Dr. Motte organisiert wird und als Nachfolgerin der Berliner Love Parade gilt, werden 300.000 Menschen erwartet. Die Polizei bereitet sich weiterhin auf einen Einsatz vor. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird voraussichtlich mit 140 Beschäftigten und 55 Fahrzeugen im Einsatz sein, teilte sie bei Twitter mit. Bei der Parade im vergangenen Jahr seien etwa 135 Kubikmeter Abfall eingesammelt worden.

Nach eigenen Angaben hatten die Veranstalter seit März in Gesprächen mit dem Malteser Hilfsdienst gestanden, ein schriftlicher Vertrag wurde jedoch nie abgeschlossen. Der Hilfsdienst klagte über Verzögerungen bei der Planung der Veranstaltung seitens «Rave The Planet» und sagte eine Zusammenarbeit schließlich im Juni ab. Die Veranstalter hingegen waren sich der Kooperation trotz fehlenden Vertrags wegen getroffener Absprachen gewiss.

Den Veranstaltern war von der Versammlungsbehörde dann die Auflage erteilt worden, einen «eigenfinanzierten Sanitätsdienst» zu organisieren, wie eine Sprecherin von «Rave The Planet» mitteilte. Dagegen reichten die Veranstalter am Donnerstag einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht ein, wie ein Gerichtssprecher bestätigte.

Wie eine Gerichtssprecherin am Freitagmittag sagte, haben sich die Versammlungsbehörde und die Veranstalter außergerichtlich geeinigt. Somit sei das Eilverfahren eingestellt worden. Die Veranstalter hätten mit dem Eilantrag gegen «die Finanzierungslast zu unseren Ungunsten» geklagt. Ihnen sei es nicht darum gegangen, einen Sanitätsdienst nicht stellen zu müssen. «Wir möchten die Sicherheit unserer Teilnehmer in jedem Moment der Versammlung gewährleisten», so Zeiss.

Ob der Versammlungsbehörde ein Sanitätskonzept bereits vorgelegt wurde, war zunächst noch nicht klar. Es blieb auch unklar, ob die Veranstalter die Kosten für den Sanitätsdienst allein tragen oder nicht.


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