Hamburg, Mai 2026 – Gesund alt werden bedeutet nicht, jede Veränderung aufzuhalten oder das Alter medizinisch wegzutherapieren. Oft beginnt es viel einfacher: mit genauem Hinsehen. Isst ein älterer Mensch weniger? Nimmt er ungewollt ab? Zieht er sich zurück? Wird der Weg zum Sport, zum Treffen mit Freunden oder zu alltäglichen Aktivitäten plötzlich schwerer? Solche Veränderungen werden im höheren Alter häufig als „normal“ abgetan. Aus Sicht des ärztlichen Teams von ViewMed – Zentrum für umfassende Medizin in Hamburg – kann es jedoch sinnvoll sein, gerade diese Alltagssignale frühzeitig ernst zu nehmen.
Ein Fallbeispiel aus der langjährigen ärztlichen Begleitung zeigt, warum. Eine heute 93-jährige Patientin war über viele Jahre sehr aktiv: Sie ging tanzen, schwamm zweimal pro Woche und nahm regelmäßig am gesellschaftlichen Leben teil. Nach dem Tod ihres Ehemannes entwickelte sie plötzlich Magen-Darm-Beschwerden, verlor deutlich an Gewicht, zog sich zurück und geriet in eine depressive Phase. Die Abklärung in einer Klinik brachte zunächst keine ausreichende Erklärung für ihre Beschwerden.
Mangelzustände aufgedeckt
So führte der Weg der Patientin nach Hamburg-Sasel zu ViewMed. In der dortigen weiterführenden Diagnostik zeigten sich unter anderem relevante Mangelzustände, insbesondere bei Eisen und Vitamin D.
„Gesund alt werden beginnt nicht erst bei großen Diagnosen“, sagt Arezu Dezfuli, ViewMed-Gründerin und Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie. Häufig seien es kleine Veränderungen im Alltag, die bereits zeigten, dass der Organismus Unterstützung benötige. „Deshalb fragen wir hier in Hamburg-Sasel nicht nur nach Laborwerten, sondern auch nach Appetit, Energie, Bewegung, Schlaf, Stimmung, sozialer Teilhabe und Gefühlen – also nach den individuellen Faktoren, die Gesundheit und Alltag unmittelbar beeinflussen.“
Nach Patientengespräch, Untersuchung, Laboranalyse und ärztlicher Einordnung wurde die Patientin unter anderem mit Infusionstherapien zur gezielten Versorgung mit Mikronährstoffen sowie bioidentischer Hormontherapie begleitet. Nach wenigen Monaten stabilisierte sich ihr Zustand dann deutlich. Es folgte eine längere stabile Phase. Ab 2021 zeigten sich erneut Mikronährstoffverluste, vornehmlich im Bereich der Eisenversorgung. Seitdem wird die Patientin regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gezielt unterstützt. So lässt sich ihr Gesundheitszustand bis heute stabil begleiten.
Möglichst lange Stabilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität erhalten
Für ViewMed steht der Fall exemplarisch für einen wichtigen Aspekt moderner Longevity-Medizin, Präventions- und Altersmedizin: Entscheidend sind nicht immer ausufernde und radikale Maßnahmen, sondern oft einfache, konsequente Schritte: Veränderungen bemerken, Mangelzustände erkennen sowie Ernährung, Bewegung und psychosoziale Belastungen einordnen. Anschließend darf geprüft werden, welche ärztliche Unterstützung im konkreten Fall sinnvoll ist.
„Unser Ziel ist nicht, Alter zu behandeln“, so das ViewMed-Team. „Unser Ziel ist, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Stabilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Dafür braucht es medizinische Genauigkeit, Erfahrung und die Bereitschaft, den Menschen in seiner ganzen Lebenssituation zu betrachten.“
Vor allem bei älteren Patientinnen und Patienten können Müdigkeit, Gewichtsverlust, nachlassender Appetit oder sozialer Rückzug wichtige Hinweise auf ein aus der Balance geratenes System sein. Sie müssen nicht immer Ausdruck einer schweren Erkrankung sein. Sie sollten aber auch nicht vorschnell als unvermeidbare Alterserscheinung eingeordnet werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Presseinformation dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob eine bestimmte Diagnostik oder Therapie sinnvoll ist, muss immer im persönlichen ärztlichen Gespräch und unter Berücksichtigung der individuellen Situation entschieden werden.