Experte Ingo Büser warnt: Wie das Homeoffice zur Schimmelfalle werden kann

Experte Büser warnt: Wie das Homeoffice zur Schimmelfalle werden kann Foto: Ingo Büser

Guten Tag Herr Büser, herzlichen Dank, dass Sie sich für dieses Interview bereit erklärt haben. Sie sind ein absoluter Profi für die Beseitigung von Schimmel und bekannt geworden unter anderem durch den Titel Schimmelsamurai. Gerade in den Zeiten von Corona, Homeoffice und Ähnlichem hat Ihrer Überzeugung nach das Thema Schimmel massiv zugenommen. 

Besonders Menschen im Homeoffice sind von einem Schimmelbefall häufig betroffen. Warum ist das so? 

Ingo Büser: Die Leute sind, im Gegensatz zu früher, den ganzen Tag zu Hause. Wohnungen, die sonst über den Tag nicht bewohnt waren, werden zusätzlich mit Feuchtigkeit beaufschlagt. Die Heizung wird nicht hochgedreht und gelüftet wird auch nicht, es soll ja gespart werden. Die Bausubstanz korrespondiert meist mit dem Nutzerverhalten und das birgt so manche Überraschung, wenn man die Zusammenhänge nicht kennt. Zudem findet man nicht in jeder Wohnung den geeigneten Homeoffice Platz. Dann werden in absolut ungeeigneten Räumen, wie zum Beispiel dem Schlafzimmer, Arbeitsplätze eingerichtet. Da ist dann Schimmelbildung, in der Regel, vorprogrammiert.

Wie können sich Personen, die zu Hause arbeiten, bereits vorab vor dieser Situation schützen? 

Ingo Büser: Die Anschaffung von Thermohygrometern ist der entscheidende Schritt um die Raumtemperatur und die dazugehörige relative Luftfeuchtigkeit zu überprüfen. Nur so kann verlässlich erkannt werden, wann gelüftet werden muss. Allem voran die Stoßlüftung nach Vorgabe des Thermohygrometers. Kipplüftung ist zu vermeiden. Zudem sollten sich die Temperaturen in den Wohnräumen gleichbleibend bei 19°C befinden. Darunter kann es sehr schnell kritisch werden. Heizung an, Heizung aus, ist keine Option. Türen zu „kälteren“ Räumen, wie dem Schlafzimmer sollten immer geschlossen bleiben, wie auch zu Nass-Feuchträumen wie Badezimmer und Küche. In der Küche zumindest dann, wenn gekocht wird und der Kochdunst nicht nach außen abgeleitet wird.

Welche Risiken bestehen für Menschen, die den Schimmel ignorieren und trotzdem weiter in diesem Raum arbeiten? 

Ingo Büser: Schimmelpilzsporen sind ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt und allgegenwärtig in der Raumluft enthalten. Für gesunde Menschen sind die Pilze zunächst ungefährlich. Sie machen uns nicht per se sofort krank. Respekt ja, Panik nein. Massiert in Innenräumen ist Schimmel jedoch nicht zu akzeptieren und sofortiges, fachgerechtes Handeln ist gefragt. Unsere körperliche Verfassung entscheidet dann darüber, wie schnell und schwer wir gesundheitlich beeinträchtigt werden. Mögliche Beeinträchtigungen könnten sein: Hautreizungen, Schleimhautentzündungen, Allergien, Asthma, Kopfschmerzen und Halskratzen, um nur einige zu nennen.

Herzlichen Dank Herr Büser für die Aufklärung und die Hinweise zu den Gefahren von Schimmel im Homeoffice. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Webseite.


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