Übergewicht durch hormonelle Dysbalance
Übergewicht wird im Alltag noch immer häufig vor allem mit Ernährungsfehlern, Bewegungsmangel oder fehlender Disziplin erklärt. Das Hamburger Praxiszentrum ViewMed weist jedoch darauf hin, dass Gewichtszunahme im Einzelfall auch Ausdruck einer tieferliegenden hormonellen und biochemischen Dysbalance sein kann.
Anlass ist ein aktueller Behandlungsverlauf aus der Praxis. Im Mittelpunkt steht eine Patientin, bei der die Gewichtszunahme bereits vor vielen Jahren einsetzte und von Schlafstörungen, innerer Unruhe, Reizbarkeit und depressiver Verstimmung begleitet war. Nach Angaben der ViewMed-Ärzte zeigte die weiterführende Diagnostik, dass neben dem Gewicht auch die hormonelle und metabolische Regulation des Körpers betroffen war.
„Gerade bei anhaltender Gewichtszunahme lohnt es sich, nicht nur auf Kalorien, Bewegung und Essverhalten zu schauen, sondern auch die körperliche Regulationslage differenziert zu betrachten“, erklärt Katharina Porst, Fachärztin für Allgemeinmedizin und funktionelle Medizin. Die Fachfrau ist seit April 2026 Teil des ViewMed-Praxisteams. Dazu können je nach individueller Situation hormonelle Faktoren, Neurotransmitter, Mikronährstoffstatus und Stoffwechselprozesse gehören.
Leber überlastet
Im vorliegenden Fall wurden unter anderem Auffälligkeiten bei hormonellen Botenstoffen und Mikronährstoffen beschrieben. Zudem ergaben sich Hinweise auf eine funktionelle Überlastung der Leber im Sinne einer eingeschränkten Stoffwechselverarbeitung. Aus medizinischer Sicht kann eine solche Konstellation dazu beitragen, dass klassische Empfehlungen zur Gewichtsreduktion allein nicht immer ausreichen.
Nach Darstellung des Praxiszentrums wurde deshalb zunächst die biochemische Ausgangslage laborgestützt eingeordnet und über mehrere Wochen ärztlich begleitet, bevor die Ernährung gezielt angepasst wurde. Im weiteren Verlauf zeigte sich im individuellen Fall eine Reduktion von Gewicht und Bauchumfang. Die Patientin wird weiterhin engmaschig betreut. Besonders relevant ist aus Sicht von ViewMed, dass Gewichtszunahme nicht vorschnell moralisch bewertet werden sollte. Heißhunger, Müdigkeit, Antriebsmangel und Schlafprobleme könnten in bestimmten Konstellationen Teil eines zusammenhängenden Regulationsproblems sein. Das gelte insbesondere dann, wenn Beschwerden über längere Zeit bestehen und trotz bewusster Ernährung keine stabile Verbesserung eintritt.
Plädoyer für eine veränderte Sicht
Mit dem Fallbeispiel möchte ViewMed auf einen Aspekt aufmerksam machen, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft zu kurz kommt: Übergewicht ist nicht in jedem Fall nur ein Ernährungs- oder Verhaltensproblem. Mitunter spielen hormonelle Dysbalancen, neurochemische Veränderungen und metabolische Belastungen eine mitentscheidende Rolle. Das Praxiszentrum betont zugleich, dass es sich um einen individuellen Verlauf handelt. Allgemeine Rückschlüsse auf andere Patientinnen und Patienten seien daraus nicht abzuleiten. Beschwerden wie anhaltende Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Erschöpfung oder Heißhunger sollten deshalb medizinisch individuell eingeordnet werden.
Hinweis: Weitere Informationen zum Thema stellt ViewMed auf Anfrage zur Verfügung.
Medizinischer Hinweis: Diese Presseinformation dient der allgemeinen Information. Sie ersetzt keine individuelle medizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung.