Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen. Das teilte das Innenministerium am Donnerstag bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2025 mit. Demnach wurden 13.645 solcher Taten erfasst, was einem Anstieg von rund 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Von diesen Delikten wurden 508 als Gewalttaten registriert.
Der Bericht zeigt, dass der Rechtsextremismus mit 6.268 Straftaten den größten Anteil ausmacht, gefolgt von 2.418 Taten im linksextremen Spektrum. Zudem wurden 786 antisemitische Straftaten erfasst, ebenfalls ein Höchstwert. Innenminister Herbert Reul warnte vor den Gefahren durch künstliche Intelligenz, die von Extremisten und ausländischen Nachrichtendiensten genutzt werde, um etwa mit Deepfakes die demokratische Meinungsbildung zu beeinflussen.
Parallel zu den Straftaten ist laut Bericht auch das Personenpotenzial in den extremistischen Szenen gestiegen. Der Verfassungsschutz geht in Nordrhein-Westfalen von rund 4.500 Personen im rechtsextremen, 3.300 im linksextremen und 4.100 im islamistischen Spektrum aus. Als besondere Bedrohung werden zudem Spionage und hybride Angriffe aus Staaten wie Russland, China und dem Iran genannt.
Verfassungsschutzbericht zeigt Anstieg extremistischer Straftaten in NRW
über dts Nachrichtenagentur
16. April 2026 - 12:15 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland