Der Verdi-Chef hält an der abschlagsfreien Frührente fest. Sie sei "am Ende auch finanzierbar". Die rund zehn Milliarden Euro, die die Abschaffung der Rente mit 63 einsparen soll, entspreche "ungefähr 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte beim Rentenversicherungsbeitrag", sagte Werneke. Das finanziell darzustellen, sei möglich.
Das bedeute aber nicht, dass die Beiträge deshalb um 0,1 Prozentpunkte angehoben werden sollten. "Die derzeit bestehende Beitragsprognosen gehen von der Beibehaltung der Rente nach 45 Beitragsjahren aus und alle Umfragen zeigen, eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung will das sie bleibt", so der Verdi-Chef.
Das Argument, dass diese Form der Frührente vor allem von gutverdienenden Arbeitnehmern mit Bürojobs in Anspruch genommen wird und gar nicht bei denjenigen ankommt, für die sie gedacht war - nämlich für Menschen, die körperlich schwer arbeiten müssen -, wies Werneke zurück. "Das Argument unterstellt, dass für die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren nur eine bestimmte Gruppe vorgesehen war. Das stimmt nicht", sagte er. Sie sei "unter dem Betrachtungswinkel eingeführt worden, die Lebensleistung besonders von denjenigen zu würdigen, die lange gearbeitet haben oder Erziehungszeiten hatten", so der Verdi-Chef weiter.
Der Gewerkschaftler bezifferte die Zahl der Betroffenen auf "über 250.000 Menschen pro Jahrgang". Für sie spiele die Frage eine wichtige Rolle, ob respektiert, gesehen und wertgeschätzt werde, dass sie lange gearbeitet habe. "Es macht einen Unterschied, ob man mit 16 Jahren angefangen hat zu arbeiten oder erst mit Ende 20 nach einer akademischen Ausbildung. Das sitzt ganz tief bei sehr vielen Menschen", sagte Werneke den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.