"Die Bundesregierung nimmt mit der starren Einteilung in vier Töpfe in Kauf, dass Pflegebedürftige mehr Leistungen aus eigener Tasche zahlen müssen, weil das passende Budget erschöpft ist. Das ist unverantwortlich", so die Sozialverbandschefin weiter. Nicht jeder Pflegebedürftige könne von einem Nachbarn gepflegt werden, wenn das Budget für den Pflegedienst aufgebraucht sei. "Und andersherum braucht nicht jeder Pflegebedürftige einen teuren Pflegedienst - ist aber unter Umständen dazu gezwungen, weil das Budget für die Nachbarin aufgebraucht ist", kritisierte die Sozialverbandschefin.
Sie befürchtet deswegen zusätzliche Belastungen für pflegende Angehörige: "Dass die Bundesregierung den Zugang zu Leistungen weiter erschwert, ist katastrophal. Pflegende Angehörige brauchen Vereinfachung und mehr Unterstützung, nicht weniger. Sie dürfen nicht bis zur Erschöpfung pflegen müssen, damit das Finanzloch in der Pflegeversicherung notdürftig gestopft wird." Um das zu verhindern, fordert der VdK die Rückzahlung von 5,2 Milliarden Euro "Corona-Schulden" an die Pflegeversicherung. Gemeint sind zusätzliche Leistungen, die die Pflegeversicherungen während der Corona-Pandemie erbracht haben und nie von der Bundesregierung kompensiert wurden.
Zudem fordert der VdK eine einheitliche Pflegeversicherung, in die alle Bürger einzahlen. "Statt sparen zu wollen, indem Pflegebedürftige weniger Leistungen bekommen, sollte die Bundesregierung dafür sorgen, dass die Pflegeversicherung ausreichend Mittel zur Verfügung hat. Wir brauchen einen neuen Anlauf, um die Finanzierung der Pflege zu klären", sagte Bentele der "Neuen Osnabrücker Zeitung".