Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit einer Umfrage massive Personalengpässe an Förderschulen in Nordrhein-Westfalen belegt. Laut der Umfrage unter etwa 1.600 Beschäftigten fehlen derzeit landesweit rund 1.100 Sonderpädagogen und etwa 250 Fachlehrer mit dem Schwerpunkt geistige und körperlich-motorische Entwicklung.
Die Umfrageergebnisse zeigten, dass der gebundene Ganztag an Förderschulen, besonders in den genannten Schwerpunkten, massiv an seine Grenzen stoße, so die schulpolitische Sprecherin und die Inklusionsbeauftragte der SPD-Landtagsfraktion, Dilek Engin und Silvia Gosewinkel, am Montag. Zwei Drittel der Befragten arbeiten an Schulen mit gebundenem Ganztag, aber 42 Prozent berichteten von gekürzten Nachmittagsangeboten wegen Personalmangels.
Besonders alarmierend sei, dass 17 Prozent angaben, an drei oder mehr Nachmittagen keine Förderung mehr anbieten zu können, wodurch der Ganztag faktisch ausgehöhlt werde.
Die SPD-Politikerinnen kritisierten, dass Schulministerin Dorothee Feller (CDU) die Probleme ignoriere, da ausgerechnet diese Förderschulen in der amtlichen Unterrichtsausfallstatistik nicht erfasst würden. Sie forderten rechtliche Anpassungen, damit Fachlehrer mehr Eigenverantwortung übernehmen dürfen, eine transparente Statistik und die Verankerung von Inklusion als grundlegenden Bestandteil der Lehrerausbildung. Zudem müsse das gemeinsame Lernen genauso finanziell ausgestattet werden wie Förderschulen, um Eltern eine echte Wahl zu ermöglichen.
Umfrage: Massive Personalengpässe an Förderschulen in NRW
über dts Nachrichtenagentur
02. März 2026 - 10:15 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland