Demnach wurden im August bundesweit 3.772 Lehrer arbeitslos, 545 davon allein in Bayern. Schon im Juli dieses Jahres seien 1.771 Lehrer von einer Beschäftigung in die Arbeitslosigkeit gewechselt. Insgesamt habe es von Januar bis August 2026 mehr als 9.200 Zugänge von Lehrern in die Arbeitslosigkeit gegeben. Dem stünden zwischen Januar und Juni 2026 lediglich knapp 3.400 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in den Lehrerberuf gegenüber, heißt es in den Antworten des Bundesarbeitsministeriums weiter. Aktuellere Daten lägen nicht vor.
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke kritisierte angesichts der Zahlen eine "unwürdige Praxis der Sommerarbeitslosigkeit". Die deutschen Pisa-Ergebnisse seien "so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht, Schulen suchen händeringend nach Fachkräften. Trotzdem werden in den Bundesländern noch immer Tausende angehende und befristet beschäftigte Lehrkräfte über die Sommerferien in die Arbeitslosigkeit geschickt", sagte Gohlke der "Rheinischen Post". Das sei "angesichts des Personalmangels an unseren Schulen vollkommen unverständlich", kritisierte die Linken-Politikerin. Bildung gehöre als Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz, "damit Bund und Länder sie dauerhaft gemeinsam finanzieren können".