Es sei bemerkenswert, dass sich nach wie vor die Wenigsten zur oberen Schicht zählten, selbst wenn sie gemessen an ihrem Einkommen dazugehörten, sagte Judith Niehues, Ökonomin beim IW, dem "Spiegel". Die Verteilung auf die verschiedenen Gruppen - von "relativ arm" bis "relativ reich" - ist über die Dauer der Erhebungen ziemlich gleichgeblieben. Das Einkommensgefüge habe sich seit dem ersten interaktiven Einkommensvergleich für das Jahr 2014 grob gesehen kaum geändert, sagte Niehues. Man habe sowohl in den unteren wie auch in den oberen Einkommenssegmenten ähnlich große Bevölkerungsanteile wie damals.
Allerdings können sich die Deutschen inzwischen tatsächlich wieder mehr leisten. Die Einkommen in Deutschland seien seit 2019 nominal merklich gestiegen, sagte Niehues, aber die hohe Inflation habe dieses Wachstum lange Zeit aufgezehrt. Nun zeigten die jüngsten verfügbaren Daten allerdings, dass nicht nur die Einkommen gewachsen sind, sondern auch wieder die Kaufkraft. Bei Paaren mit Kindern verzeichnen die Forscher einen realen Zuwachs von 3,7 Prozent, bei Paaren ohne Kinder sind es rund drei Prozent.