Streit um höhere Verkaufsprovision beim Deutschlandticket

Streit um höhere Verkaufsprovision beim Deutschlandticket - (Foto: Deutschlandticket (Archiv))
Unter den Verkehrsanbietern des Deutschlandtickets gibt es Streit über die Höhe der Vergütung für den Verkauf des Tickets. Die Betriebe lassen sich den Verkauf der Tickets immer höher vergüten, berichtet der "Spiegel".

So ist nach Informationen des Magazins geplant, die Höhe der sogenannten Anreizvergütung im kommenden Jahr von bis zu 2,90 Euro auf fast 3,20 Euro steigen zu lassen, bei Job- und Semestertickets liegt die Summe niedriger. Das erscheint zunächst nicht viel, doch angesichts mehr als 170 Millionen verkaufter Tickets steigt die Gesamtsumme der Provisionen von derzeit rund 450 Millionen Euro um einen zweistelligen Millionenbetrag.

Von der Provision profitieren insbesondere die Großverkäufer der Tickets, allen voran die Deutsche Bahn, die über ihre Navigator-App geschätzt rund 25 bis 30 Prozent aller Deutschlandtickets verkauft. Der Chef des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), Oliver Wittke, sagte dem "Spiegel", dass das Deutschlandticket nicht zur "Gelddruckmaschine" für wenige große Vertriebsplattformen werden dürfe. Er begründete seine Kritik damit, dass die großen Betriebe mit deutlich weniger Aufwand mehr Tickets verkaufen können.

Der CDU-Politiker, der lange Jahre Bürgermeister von Gelsenkirchen und später Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium war, wies darauf hin, dass die Kosten für die Vertriebsanreize zulasten der Kunden gehen. Jeder Euro, den man nicht für überproportionale Vertriebsanreize ausgebe, könne dazu beitragen, das eigentliche Produkt zu stärken: einen zuverlässigen und attraktiven öffentlichen Verkehr.

In der kommenden Woche soll die umstrittene Anhebung der Vertriebsanreize beschlossen werden. Dann trifft sich der Koordinierungsrat für das Deutschlandticket. Dieser setzt sich aus Vertretern des Bundesverkehrsministeriums, des Bundesfinanzministeriums sowie der Landesverkehrsministerien zusammen. Beratend nehmen auch die kommunalen Spitzen- und Verkehrsverbände teil.

Alternativ zur höheren Provision für alle verkauften Deutschlandtickets schlägt der VRR ein sogenanntes degressives Modell vor. Die Vergütung für die Verkehrsbetriebe soll demnach ab 250.000 verkauften Deutschlandtickets stufenweise sinken, zunächst um zehn Prozent; von einer Million bis fünf Millionen verkaufter Tickets dann um weitere zehn Prozent. Danach greift ein Abschlag von 30 Prozent. Unterstützt wird der VRR dabei von anderen Verkehrsverbänden.