Die Verfahren im Eilrechtsschutz hätten sich mehr als verdoppelt. Besonders betroffen seien die Fachgebiete Krankenversicherung mit einem Anstieg um 37 Prozent, Arbeitslosenversicherung mit 48 Prozent und Grundsicherung für Arbeitsuchende mit 55 Prozent. Diese Entwicklung erreiche nun auch die Berufungsinstanz: Dort hätten die Verfahren insgesamt um ein Viertel zugenommen, die Eilverfahren hätten sich mehr als verdoppelt. Die Präsidentin des Bayerischen Landessozialgerichts, Mente, sieht keine Anzeichen für eine Trendwende.
Angesichts der außergewöhnlichen Verfahrensdichte empfiehlt sie den Klägern: "Fassen Sie sich kurz. Nennen Sie in Ihren Klagen Ihr Klageziel und die Punkte, die nach Ihrer Auffassung bisher nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Mehr ist nicht nötig. Insbesondere die rechtliche Würdigung ist Aufgabe des Gerichts." Kritisch bewertet Mente den vermehrten Eingang von KI-generierten Schriftsätzen.
"KI ist für rechtsuchende Bürger kein guter juristischer Ratgeber. Sie stiftet mit seitenlangen, nicht zielgerichteten Ausführungen häufig Verwirrung und führt im Zweifel zu Verzögerungen."