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SPD kritisiert geplante ABC-Klassen als unzureichend

SPD kritisiert geplante ABC-Klassen als unzureichend - (Foto: Jochen Ott (Archiv))
Die SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag hat die von der schwarz-grünen Landesregierung geplanten sogenannten ABC-Klassen scharf kritisiert. Der bildungspolitische Sprecher Jochen Ott teilte am Dienstag mit, es handele sich bei dem Vorhaben um eine "schlechte Kopie" eines echten Chancenjahres für Kinder vor der Einschulung. Die Landesregierung hatte angekündigt, zum Schuljahr 2028/2029 spezielle Klassen zur Sprachförderung einzuführen. Ott bemängelte, der Ansatz verenge sich zu sehr auf die Sprachförderung und blendet andere Entwicklungsbereiche der Kinder aus.
Zudem würden Kinder mit Förderbedarf in einer für sie fremden Umgebung zusammengezogen, was einem defizitorientierten Ansatz entspreche und erfolgreicher, alltagsintegrierter Förderung widerspreche. Ein weiterer Widerspruch liege darin, dass die Regierung einerseits mit dem KiBiz-Referentenentwurf weniger Fachkräfte in Kitas vorsehe, andererseits für die neuen ABC-Klassen zusätzliches Personal benötige. Unklar seien nach Ansicht der SPD auch zentrale Fragen zur Finanzierung, zur Zusammenarbeit mit dem Familienministerium und zur Raumsituation an den oft schon überfüllten Grundschulen. Statt neuer Parallelstrukturen müssten die Kitas als zentrale Lernorte gestärkt werden. Die SPD-Fraktion wirbt seit Langem für ein verbindliches und umfassendes Chancenjahr, das den Übergang von der Kita zur Schule verbessert.

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