Regionale Unterschiede beim Arbeitskräfteangebot nehmen zu

Regionale Unterschiede beim Arbeitskräfteangebot nehmen zu - (Foto: Arbeiter Gleisanlage (Archiv))
Das Arbeitskräfteangebot in Deutschland wird bis 2045 voraussichtlich nahezu stabil bleiben. Es sinkt insgesamt nur leicht um rund 0,5 Prozent auf etwa 43,3 Millionen Menschen, wie aus der neuen Erwerbspersonenprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervorgeht. Zugleich verschärfen sich die regionalen Unterschiede: In 58 von 96 Raumordnungsregionen wird die Zahl der Erwerbspersonen abnehmen, besonders stark in strukturschwächeren, vor allem ostdeutschen Regionen wie Altmark, Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg und Nordthüringen, wo Rückgänge von mindestens 20 Prozent erwartet werden. Im Gegensatz dazu verzeichnen strukturstärkere Ballungsräume wie Hamburg und München Zuwächse von mehr als neun Prozent, für Berlin wird ein Anstieg von rund 15 Prozent prognostiziert. In den wachstumsstarken Regionen steigt die Zahl der Erwerbspersonen vor allem durch Zuzüge und eine höhere Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.
In strukturschwächeren Regionen sinkt die Erwerbspersonenzahl deutlich, da zu wenige junge Menschen nachrücken, um altersbedingt ausscheidende Arbeitskräfte zu ersetzen. Zuwanderung und steigende Erwerbsbeteiligung können diese Verluste dort nicht ausgleichen. Politische Handlungsspielräume bestehen vor allem bei der Zuwanderung und der Erwerbsbeteiligung. Fort- und Weiterbildung gewinnen an Bedeutung, um aktuelles Wissen zu sichern, wenn das Arbeitskräfteangebot insgesamt zurückgeht und weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten. Die Prognose basiert auf der aktuellen Bevölkerungsprognose des BBSR sowie dem Mikrozensus der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

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