Privathaushalte in NRW setzen weniger auf Lebensversicherungen

Privathaushalte in NRW setzen weniger auf Lebensversicherungen - (Foto: Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv))
Die privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen haben ihr Versicherungsverhalten in den letzten Jahren deutlich verändert. Das Statistische Landesamt teilte am Mittwoch mit, dass die private Haftpflichtversicherung mit 88,6 % die am weitesten verbreitete Versicherungsform im Jahr 2023 war. Kfz-Versicherungen folgten mit 82,1 %, Hausratversicherungen mit 78,6 % und Rechtsschutzversicherungen mit 48,7 %. Fast die Hälfte der Haushalte, nämlich 48,5 %, war zudem mit einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung abgesichert. Im Vergleich zu 2018 zeigten sich bei den Versicherungsarten unterschiedliche Entwicklungen.
Die zusätzliche private Krankenversicherung verzeichnete den größten Zuwachs mit 15,6 Prozentpunkten. Auch die private Haftpflichtversicherung, die Rechtsschutzversicherung und die Hausratversicherung legten zu. Positive Entwicklungen gab es ebenfalls bei Kfz-Versicherungen, zusätzlichen privaten Kranken- und Pflegeversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie Risikolebensversicherungen. Rückläufig war hingegen die Verbreitung klassischer Altersvorsorgeprodukte. Der Anteil der Haushalte mit kapitalbildenden Lebensversicherungen sank von 33,1 % im Jahr 2018 auf 26,8 % im Jahr 2023. Auch private Rentenversicherungen sowie Riester-, Basis- und Rürup-Rentenversicherungen verloren an Bedeutung. Die Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe deuten auf einen Strukturwandel im Versicherungsverhalten hin, bei dem klassische Vorsorgeprodukte seltener genutzt werden, während die Nachfrage nach ergänzenden Absicherungen im Gesundheits- und Risikobereich steigt.

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