"Frankreich ist derzeit das größte Problem im Euroraum", so Neyer. "Zwar weisen Griechenland und Italien noch höhere Schuldenquoten auf, aber Griechenland erzielt inzwischen Haushaltsüberschüsse und Italien hat sein Defizit auf rund drei Prozent gedrückt." Hinzu komme die instabile politische Situation in Frankreich, Besserung sei nicht in Sicht.
Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, sieht vor allem langfristige Probleme. Die größere Sorge sei heute ein Teufelskreis, bei dem steigende Schulden und politische Lähmung das Vertrauen in die staatlichen Institutionen weiter schwächten und damit die Zinsen in die Höhe trieben, sagte Fratzscher der Zeitung.
Das Resultat seien eine schwächere Wirtschaft und eine steigende Gefahr einer Rezession, wodurch Defizite und Schulden noch stärker zunähmen. Langfristig könne diese Dynamik in eine Schuldenkrise führen. Daher sei ein Kurswechsel in der französischen Finanzpolitik dringend notwendig. Sorgen vor einer unmittelbar bevorstehenden Schuldenkrise in Frankreich seien aber übertrieben.